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    Fotos von meinem Zimmer in seinem Normalzustand (Dateien sind zu groß zum Anhängen, deswegen über imgur, ich hoffe, das ist erlaubt): imgur.com/a/iM4o1ZW

    Ich bin so fertig mit der Welt.
    Heute Nachmittag beginnt für mich mein allererstes Unisemester. Fast alles findet online statt, also über Zoom und andere Plattformen.

    Die letzten Tage habe ich versucht, mein Zimmer dafür aufzuräumen, damit ich richtig organisiert ins Semester starten kann. Ich bin super motiviert, was den Studieninhalt angeht und ich freue mich so sehr darauf, irgendwann gut programmieren zu können (ich studiere Informatik).

    Aber mein Zimmer ist eine große Hürde. Ich bin 19 und vermutlich seit etwa 8 oder 9 Jahren chronisch depressiv (wurde mit 12 das erste Mal getestet und diesen August das letzte Mal). Mir geht es seit etwa 5 Jahren von Woche zu Woche besser, mit einigen Einbrüchen und Krisen.
    Die eine Sache, die sicherlich sooo viel helfen würde, in jeder Hinsicht, wäre ein aufgeräumtes Zimmer.
    Meine Eltern habe es schon vor Jahren aufgegeben, in der Hinsicht streng zu sein. Das finde ich sehr schade, weil mir das sicherlich geholfen hätte.

    Die Sache ist, ich habe es schon öfter aufgeräumt. Zuletzt Ende September, während eines zweiwöchigen Mathe-Vorbereitungskurses für die Uni. Da habe ich immer während der Fragerunde oder wenn irgendetwas gesagt wurde, was man nicht wirklich mitnotieren muss, meine Kamera ausgemacht und bin mit Headset auf dem Kopf durch mein Zimmer gelaufen und habe Dinge aufgesammelt und verräumt. Während des Kurses habe ich auch gemerkt, dass ich echt nicht so schlecht in Mathe bin, wie ich immer dachte, und mich spontan gegen ein Lehramtsstudium und für Informatik entschieden, weshalb ich vor Freude beinahe überkochte und gar nicht richtig still sitzen konnte.

    Letzten November kam sogar meine damalige Therapeutin mal zu mir, um mit mir aufzuräumen. Das lief leider sehr schlecht. Ich habe mich komplett überrannt und entmenschlicht gefühlt, als sie all meine Anmerkungen ignorierte und z.B. meine Schulbücher und Romansammlungen in den Regalen vertauschte, obwohl die alle genau so standen, wie es am besten ist und ich musste das dann alles alleine und mühsam wieder umstellen, weil ich sonst in der Früh doppelt so lange gebraucht hätte, meine Schultasche zu packen. Man muss nicht alles reparieren, sondern nur das, was kaputt ist. Und in meinem Zimmer ist fast alles kaputt, nur nicht die Art, wie ich meine Bücher aufbewahre.

    Müll aufsammeln, Wäsche waschen, falten und einräumen, das klappt ziemlich gut. Ich muss das nur machen. Ich habe es auch schon mehrere Stunden lang getan, seit ich die Fotos aufgenommen habe. Und das geht auch eigentlich ganz gut, wenn ich gut drauf bin. Natürlich hapert es sehr an der Regelmäßigkeit. Wenn mein Zimmer aufgeräumt ist, dann bleibt das meist nicht einmal eine Woche so. Und es ist auch nur pseudo-aufgeräumt. Alles einfach irgendwo weggepackt, aber nichts ist nachhaltig ordentlich.

    Meine größten Probleme sind:
    1. Dinge, die ich vor Ewigkeiten ausgeliehen habe und teilweise keinen Kontakt mehr zu den Leuten habe. Es sind wirklich viele Dinge und sie liegen überall herum.
    2. Dinge, von denen ich nicht einmal weiß, wem sie gehören, z.B. ein Pulli, den ich im Februar 2019 in der Eingangshalle der Jugendherberge, in der wir mit der Klasse waren, aufgehoben habe, und von dem alle gesagt haben "der gehört doch Jakob", nur war Jakob schon verfrüht abgereist, also habe ich ihn mitgenommen. Jakob meinte aber später in der Schule, der Pulli gehöre ihm nicht. Jetzt liegt also ein gestohlener Pulli in meinem Zimmer. Es gibt viele weitere Gegenstände mit ähnlich verwirrenden Geschichten.
    3. Papiere. So viele Papiere. Ich habe eine Mappe mit wichtigen Briefen von der Bank, Krankenkasse, Uni, sowie meinem Impfpass und meinen Abizeugnissen. Aber irgendwie liegt trotzdem so viel Papier herum, und ich traue mich nicht, das alles wegzuwerfen, weil manche dieser Sachen könnten ja wichtig sein.
    4. Geschirr. Das ist vielleicht sogar das schlimmste. Ich habe eine ganze Umzugskiste voller verschimmelter Brotdosen aus der Schulzeit in meinem Zimmer. Meine Therapeutin hat die alle da rein gepackt und mir gesagt, ich solle die abspülen und in den Geschirrspüler stellen. Ich möchte das nur machen, wenn ich alleine zu Hause bin. Es ist sehr ekelhaft, aber ich habe es schon so oft gemacht. Ich habe es immer geheim halten wollen, wenn ich meine Brotzeit nicht gegessen hatte, weil mein Vater mir sonst keine mehr mitgeben wollte. Hat er dann seit der 6. Klasse oder so sowieso nicht mehr, aber ich habe mir hin und wieder etwas eingepackt, und alle möglichen Brotdosen an allen möglichen Orten für einige Wochen vergessen. Manch einer würde vermutlich einfach die gesamte Dose wegschmeißen, aber auch das müsste ich heimlich machen, weil mein Vater sonst sauer werden würde. Naja, die Kiste steht jetzt seit nem Jahr herum und ich habe nichts getan, und seit Corona sind meine Eltern fast immer zu Hause.
    5. Dinge, die ich doppelt und dreifach besitze und einfach ALL DAS ZEUG. Wieso besitze ich sooo viele Dinge? Meine gleichaltrigen Freunde schenken mir gar keine wirklichen Dinge mehr, weil sie mich kennen und mir zuhören und wissen, dass ich bereits alles habe, was ich brauche. Zum Geburtstag haben mir z.B. einige Freunde abgezähltes Eintrittsgeld für einige Besuche der besten Schwimmbäder unserer Stadt geschenkt, weil sie wissen, dass ich gerne schwimme. Solche Geschenke sind toll. Erwachsene scheinen das aber anders zu sehen, und ich weiß nicht, wie man ihnen bescheiden, respektvoll und dankbar, aber ehrlich, klar macht, dass man in seinen Besitztümern ertrinkt und sich wünscht, dass sie sich ihr Geld einfach sparen.
    6. Das absolute Unverständnis meiner Familie bezüglich meiner Situation. Ich habe ihnen gesagt, wenn sie mir Wäsche aufs Bett legen, sollen da bitte keine einzelnen Socken oder Wäsche meiner Geschwister dabei sein, und am liebsten hole ich die Wäsche einfach selber aus dem Keller, weil meine Eltern eh nie die Wäsche von mir und meinen Geschwistern auseinanderhalten können. Ich bin depressiv. Und neurodivergent. Das bedeutet, ich muss sehr viele Dinge vorrausschauend angehen. Einzelne Socken werden in meinem Zimmer verschwinden und meine Schwester wird ein halbes Jahr nach ihrem Lieblingsshirt suchen, das fälschlicherweise bei mir gelandet und dann unters Bett gerutscht ist. Ich sage das nicht, weil ich absichtlich faul bin, sondern weil ich immer, immer, immer mit einberechnen muss, was mit Sachen passieren, wenn ich mal ne Woche im Bett verbringe.
      Meine Stiefmutter hat ein halbes Jahr lang jedes Mal, wenn sie in den nächstgrößeren Ort gefahren ist, gefragt, ob sie mir einen Wäschekorb für mein Zimmer mitbringen soll. Ich habe immer dankend abgelehnt, weil ich meine Dreckwäsche in einer von diesen "unendlich" oft benutzbaren Supermarkttüten gesammelt habe. Natürlich habe ich das nicht täglich, noch nicht einmal wöchentlich gemacht, aber ob ich einen Wäschekorb habe oder nicht, ändert nichts daran. Irgendwann hat sie mir einfach einen mitgebracht, womit wir auch wieder bei Problem Nummer 5 sind. Sie hat ernsthaft geglaubt, sie kann mir mit einem materiellen Geschenk helfen, mein Zimmer ordentlicher zu halten.
    Es fällt mir so schwer, Entscheidungen zu treffen und ich bin so überfordert mit der ganzen Situation
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    Liebe Forumsmenschen,
    mein Name ist Prof. Dr. Timo Lorenz und ich bin Juniorprofessor für Organisationspsychologe an der Medical School Berlin.
    Vielleicht kennen mich auch schon einige aus früheren Zusammenarbeiten oder aus dem Forum hier.

    Im Rahmen des europäischen Erasmus+ IMAGE-Projekts
    (ec.europa.eu/programmes/erasmu…/2018-1-UK01-KA203-048276)
    beschäftigen wir uns damit, wie man die Employability
    (Beschäftigungsfähigkeit) von Autist*innen nach dem Studium positiv
    beeinflussen kann. Hierzu schreiben wir aktuell "Good practice guides" für die unterschiedlichen Statusgruppen an die sich das
    Projekt richtet, u.a. Arbeitgeber*innen.

    Der theoretische Ansatz unserer Arbeit basiert auf dem Konzept der
    Neurodiversität und in dem Projekt sind auch autistische
    Wissenschaftler*innen beteiligt, so dass ein gemeinsamer Austausch
    zwischen den Gruppen verbessert werden kann.

    Ich suche aktuell Personen, die bereit wären so etwas wie eine positive Fallstudie zu schreiben oder zu berichten,
    was bei den Bereichen Arbeitssuche, Bewerbungsgespräch und im Berufsalltag gut lief.
    Wir arbeiten in dem Projekt europaweit mit unterschiedlichen Autismus-Gruppen zusammen und
    ich würde trotzdem zusätzlich gerne das Gespräch für weitere Individuen öffnen aus ihrer Perspektive zu berichten.
    Ich hoffe, dass wir im Projekt so die Chance generieren auch die eher stilleren Stimmen zu Wort lassen zu können.

    Warum positive Beispiele? Weil wir den Arbeitgeber*innen die sich für das Thema interssieren die Chance geben wollen
    aus guten Praxisbeispielen zu lernen.

    Sollten Sie Interesse haben etwas aus Ihrem Berufsalltag zu berichten oder eine Fallstudie aus Ihrer Sicht senden wollen,
    melden Sie sich bitte unter der Email-Adresse timo.lorenz@medicalschool-berlin.de bei mir.
    Natürlich haben Sie hier die Wahl, ob wir einen solchen Bericht mit einem anyonymen Namen versehen sollen.
    Ich freue mich über Ihre Zuschriften.

    Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
    Prof. Dr. Timo Lorenz
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    Hallo zusammen,

    wenn ich draußen unterwegs bin und mir Reize zuviel werden passiert es oft, dass ich beginne zu zittern und meine Beine nachgeben.
    Das schränkt mich in meinem Alltag erheblich ein, da ich mich so nie weit vom Haus entfernen kann und generell nicht alleine unterwegs sein kann.
    Ich überlege, einen Rollstuhl anzuschaffen um ihn außerhalb des Hauses zu nutzen und da durch mehr Eigenständigkeit und Mobilität zu erlangen.
    Ist jemand in einer ähnlichen Situation?

    Liebe Grüße und danke im Voraus
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    Hallo, ich habe für mich festgestellt dass ich innerlich immer alles an mich heran kommen lasse (Wenn sich z.B. jemand negativ verhält. Ich kann nicht denken "ist mir egal, sein Problem" und es dann gedanklich "abhaken". Sondern ich lasse mich dadurch belasten). Ich habe es bisher scheinbar nie wirklich gelernt, mich von anderen Menschen, oder deren Verhalten innerlich abgrenzen zu können. Ich habe dazu gerade kein Beispiel von meinen eigenen Erlebnissen.

    Das Problem ist, dass mich so eine Situation wo ich mich innerlich nicht abgrenzen konnte/kann auch noch längere Zeit danach gedanklich beschäftigt. Ich kann das dann auch im Nachhinein längere Zeit gedanklich nicht los lassen. Es können mal nur wenige Tage sein wo ich noch weiterhin über die Situation nachdenke. Manchmal google ich stundenlang darüber, obwohl mich die Sache nichts angehen bräuchte. Kann auch sein, dass jemand etwas negatives sagt und ich es persönlich nehme.

    Zusätzlich zu den eigentlichen Problemen die ich im Alltag habe, sind das dann weitere Belastungen für mich die ich gerne reduzieren würde. Einfach für meinen eigenen "inneren Frieden" oder um seelisch/emotional weniger Belastung zu haben. Falls jemand von euch gelernt hat, wie das mit dem "sich innerlich abgrenzen" geht, wäre ich dankbar über eure Erzählungen darüber, oder Tipps wie ihr das gelernt habt und was euch geholfen hat.
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    Wie geht ihr damit um, dass die Zeit vergeht, aber keine Entwicklung, also nicht nur persönlich sondern auch perspektivisch, stattfindet? Ich habe zur Zeit einen ziemlich gleichförmigen Tagesablauf. Vom Aufstehen bis zum Schlafen ist strukturell, auch wenn es verschiedene Tagesaktivitäten gibt, ziemlich gleich. Auf der einen Seite ist diese Gleichförmigkeit beruhigend, aber auf der anderen Seiten findet keine Entwicklung statt. Hier im Forum wurde ja auch in letzter Zeit über das kindliche geschrieben, was ich auch positiv finde, aber dann ist der Gedanke, dass das Leben bzw. meine Zeit begrenzt ist. Und dass das Kind (ich) irgendwann einen letzten Tag hat und dann nicht mehr spielen/rumblödeln kann. Es ist als wenn ich irgendwann auf einer Straße gehe und dann einfach stehen bleibe. Ich sehe einen Baum ,zwei Meter entfernt aber ich werde ihn nie erreichen und berühren können. (als Allegorie) Manchmal würde ich gerne die Zeit festhalten und somit meiner nicht vorhandenen Entwicklung anpassen, aber das ist ja nicht möglich. Jetzt ist dieses Jahr 2020 schon fast rum, aber manchmal, besonders wenn ich Menschen/Paare in den Mitte zwanziger Jahre sehe, denke ich dass diese gerade in einer entscheidenden Phase in der Beziehung sind. Also in der Entscheidungsphase den richtigen Partner fürs Leben gefunden zu haben, vielleicht Ehe und Familie zu planen etc.. Und dann merke ich als wäre es gestern als ich Anfang zwanzig (2002) war. Ich könnte problemlos (theoretisch) morgen wieder, im Setting während des Abiturs, zur Schule gehen und ich würde in mir keinen Unterschied spüren. (auch teilweise von den Erinnerungen und Bildern im Kopf) Als wären die Jahre nicht passiert. Nichtmal meine doch sehr von Höhen und Tiefen (mehr Tiefen als Höhen) geprägten Erfahrungswerten die ich in den Jahren angesammelt habe würden mich anders fühlen und denken lassen. Ich könnte mich problemlos in die damalige Zeit integrieren. Es ist wirklich als wäre es gestern und ich denke/fühle dann manchmal für einen Moment als wäre ich Anfang zwanzig oder so. (schwer zu beschreiben), bzw. ich fühle das alles noch vor mir zu haben, oder mein Hirn suggeriert es mir, weil ich es mir wünsche. Bis mir einen Moment später klar wird wie alt ich eigentlich bin und was für Voraussetzungen ich eigentlich für das Leben habe. Dann merke ich wirklich wie die Zeit wie Sand in den Fingern verrinnt, ohne mich zu verändern. (ich finde das kindliche in mir ja auch schön) Ich möchte die Zeit dann festhalten, aber das geht nicht. Wie geht ihr damit um? Mich triggert das direkt in eine depressive Phasen und ich habe festgestellt, dass es immer häufiger passiert.

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