Dashboard

This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

News

  • New

    Liebe "normale" Menschen meiner Umgebung,
    wie oft habt ihr mich in den letzten Jahren und Monaten kritisiert
    wie oft habt ihr mich ausgelacht
    wie oft habt ihr euch über mich beschwert
    und mich für faul gehalten
    träge und dumm

    und warum?
    Nur, weil ich anders bin.

    Wie oft habt ihr mir das Gefühl gegeben
    alles falsch zu machen
    keine Ahnung zu haben
    nicht dazu zu gehören
    eine Belastung zu sein
    und irgendwie kaputt.

    Aber ich bin nicht kaputt. Das war ich nie!

    Eigentlich ist es fast peinlich
    dass ich über drei Jahre Therapie und
    vier Monate Psychiatrie gebraucht habe
    um das zu erkennen. Aber es ist wahr:

    ICH BIN OKAY.

    Ich bin okay,
    auch wenn ich die Hälfte eurer Witze nicht verstehe.
    Ich bin okay,
    auch wenn ich seit Jahren am liebsten die selben Sachen esse.
    Ich bin okay,
    auch wenn ich im Schrank zehn Mal dasselbe T-Shirt habe
    und das solange tragen werde, bis es kaputt ist
    und dann kaufe ich mir nochmal dieselben.

    Ich bin okay,
    auch wenn ich nur mit Schallschutzkopfhörern Bus fahren kann
    und manchmal selbst das total anstrengend ist.
    Ich bin okay,
    auch wenn ich mit Zahlen besser klar komme als mit Menschen.
    Ich bin okay,
    auch wenn ich immer wieder ausreden erfinde,
    damit ich nicht zu Partys oder Festen muss.

    Ich bin okay,
    auch wenn meine Stofftiere zu den wenigen Lebewesen gehören,
    die mich anfassen dürfen.
    Ich bin okay,
    auch wenn ich mir jeden Abend die selbe Gute-Nachtgeschichte anhören muss,
    um einschlafen zu können und das, obwohl ich über 20 bin.
    Ich bin okay,
    auch wenn es mir leichter fällt, mir Telefonnummern zu merken,
    als Gesichter.

    Ich bin okay,
    auch wenn sich das Einkaufen für mich anfühlt, wie ein Besuch in der Hölle.
    Ich bin okay,
    auch wenn ich manchmal gegen Bäume und Laternen laufe,
    weil die Mathematik gemütlicher ist, als die Realität.
    Ich bin okay,
    auch wenn Smalltalk für mich in eine ähnliche Kategorie fällt wie Selbstverletzung.
    Ich bin okay,
    auch wenn ich anders bin als ihr,
    oder vielleicht gerade deswegen.


    Jahrelang habe ich mich kaputt gemacht für euch.
    Weil ich in ein System passen wollte, in das ich nicht passen konnte.
    Ich habe nicht in meine Familie gepasst.
    Nicht in meine Klasse.
    Nicht in die Gesellschaft.

    Jahrelang habe ich mir gewünscht,
    normal zu sein. So zu sein, wie alle anderen.
    Aber das hat nicht geklappt.
    Und ich bin froh darüber.
    Denn ich bin okay, so wie ich bin.

    Ich bin okay mit meiner Anspannung und meinem Mathefimmel,
    meiner Bücherfresserei und meinen komischen Ideen.
    Ich bin okay mit meinem mega erwachsenen Verstand
    und den total kindlichen Gefühlen.
    Ich bin okay mit meiner Angst und meiner Überforderung.
    Ich bin okay, so wie ich bin.


    Ich weiß, dass ich euch überfordere.
    Dass ich euch Angst mache.
    Dass ich euren Rahmen sprenge.
    Ich bin der Störfaktor in eurem Weltbild.
    Und trotzdem habe auch ich ein Recht,
    zu leben.

    Ich gebe mir Mühe. Tag für Tag.
    Und trotzdem werden noch einige Konflikte kommen
    und Missverständnisse.
    Aber nehmt mir das nicht übel, des ist nicht meine Schuld.
    Und versucht euch in eurer Wut und in eurem Unverständnis
    immer wieder zu fragen
    wie es sich anfühlen muss
    der einzige Pinguin zu ein
    in einer Schaar aus Störchen
    und fragt euch
    wer von uns das größere Problem hat.

    Oft fragt ihr euch das leider nicht.
    Und dann fragt ihr mich:
    "Was ich mir dabei gedacht habe?"
    "Was das jetzt soll?"
    "Ob ich immer so faul bin?"
    "Ob ich mich nicht das eine Mal zusammenreißen kann?"
    "Und warum um Himmels Willen, früher hat das doch auch geklappt?"

    Aber ich bin nicht faul.
    Ich mache das nicht mit Absicht.
    Und wenn ich mich nicht immer wieder zusammenreißen
    und die Zähne zusammenbeißen würde
    dann wäre ich schon lange nicht mehr da.
    Früher hat das alles auch nicht geklappt
    es sah nur so aus.
    Ein Pinguin kann nicht fliegen, nur abstürzen.
    Und darauf habe ich keine Lust mehr.

    Ich habe es gestern nicht mehr geschafft
    die Hausaufgaben zu machen.
    Eigentlich schaffe ich es seit Wochen nicht.
    Ja, ich bin intellektuell dazu in der Lage.
    Aber ein Pinguin ist mehr als sein Gehirn.
    Ich hatte gestern einen der heftigsten Overloads meines Lebens
    und dass ich so keine Hausaufgaben machen konnte
    wundert mich gar nicht.

    Wenn mich etwas wundert, dann,
    dass ich immer noch am Leben bin.
    Obwohl ich in eine Welt hinein geboren wurde,
    die mich täglich überfordert und in den Wahnsinn treibt.
    Wenn mich etwas wundert, dann,
    dass ich es bisher immer geschafft habe,
    weiter zu kämpfen.
    Dass ich "menschisch" lerne wie eine Fremdsprache
    obwohl ich weiß
    dass ich es nie fließend können werde.
    Und trotzdem gebe ich mir Mühe.
    Und alles was ihr sagt ist:
    "Jetzt streng dich doch mal an."

    Vermutlich werdet ihr mich nie ganz verstehen können
    genausowenig wie ich euch.
    Aber nur, weil sich die Graphen nie schneiden werden
    heißt es nicht,
    dass sie sich nicht annähern können.
    Selbst Parallelen schneiden sich
    in der Unendlichkeit.

    Und wenn ihr das nächste Mal zu mir sagen wollt:
    "Streng dich mehr an!" oder "Reiß dich mal zusammen."
    "Du bist so faul!" oder "Geb dir mal bisschen Mühe!"
    und ihr mich wieder dazu zwingen wollt
    zu fliegen

    dann versucht nur eine Stunde mal
    mit meinen Flügeln zu fliegen
    und ihr werdet erkennen

    WIE STARK ICH BIN.

    :)
  • New

    Hallo. Ich muss noch mal mit demselben Thema kommen, weil ich total verwirrt bin. Ich hatte schon mal vor einiger Zeit angefragt aber der Thread wurde so schnell so wild und kontrovers... also bitte im Vorfeld: ich brauch keine Meinungen, die mein Bedürfnis nach einer neuen Diagnose infrage stellen. Das finde ich total unangebracht und extrem störend. Sorry, dass ich das noch mal sagen musste.

    Also zur Hauptfrage: ich habe vor etwa einem Jahr einen Diagnosetermin bei der Ambulanz Aachen gehabt. Urteil: kein Autismus, weil ich mich für Menschen interessiere. Der Professor, der mich untersuchte (Grözinger) nahm sich kaum 5 Minuten Zeit. Seine Helferin erledigte den Rest (etwa 15 Min. Interview).
    Über die Ambulanz Aachen ist ja einiges bekannt geworden, in diesem Forum.

    Jedenfalls hat mich das alles extrem zurückgeworfen und gestresst. Jetzt möchte ich gerne den zweiten Anlauf in Köln oder Ddorf probieren. Weiß aber nicht, wie genau vorzugehen ist. Hole ich mir einfach wieder eine Überweisung von der Psychiatrin und starte noch einmal? Geht das überhaupt oder ist die Diagnose erst einmal gültig und ich kann nur privat eine neue Untersuchung veranlassen? Müßte ich gar klagen? Ich habe wirklich keine Ahnung. sorry, wenn einige dieser Fragen schon einmal beantwortet wurden. Ich war vom ersten Thread echt super-gestresst und konnte den Inhalt nicht wirklich verarbeiten. Möchte auch nicht mehr so gerne noch mal zu diesem Thread zurückgehen.
  • New

    Ich habe kein entsprechend passendes Thema gefunden und mache deshalb einen neuen Thread auf. Aus aktuell gegebenem Anlass suche ich nach Ideen, wie ich mit diesem Problem umgehen könnte:

    Sobald zwei oder gar mehr Dinge nebeneinander zu erledigen sind, die aber voneinander abhängig sind, stürze ich komplett ab und blockiere. Also z. B. ist die Bearbeitung von Aufgabe A davon abhängig, wie Aufgabe B ausgeht und Aufgabe B hängt aber wieder von etwas anderem ab (teilweise auch von A) bzw. ist noch unklar. Ich hatte das bereits früher auf einer meiner Arbeitsstellen, wo ich Dinge organisieren musste.
    Ich sitze dann teilweise mehrere Stunden da und versuche nach einem Schema Überlegungen, die in ungefähr so gehen "wenn Person A das sagt, dann passiert das und dann könnte das so gehen. Da ich aber nicht weiß, ob, könnte es auch so sein. Dazu müsste ich erst das wissen. Das hängt aber wieder davon ab." Irgendwann drehe ich mich nur noch im Kreis und habe das Gefühl, dass meine Nerven kurz vorm Zerreisen sind. Ich komme mit dieser Art zu Denken nicht weiter, weiß aber nicht, wie ich das Problem anders lösen soll. Ich mache dann tatsächlich manchmal mehrere Stunden gar nichts, außer in einem vollkommen verwirrten Zustand zu sein. Andere Menschen würden solche Probleme vermutlich durch Telefonate lösen (wenn andere Menschen involviert sind weil ich von denen die Informationen benötige, ist es noch grauenhafter für mich), aber ich kann kein Telefonat führen, wenn die Dinge so voneinander abhängig sind, weil ich dann am Telefon nicht reagieren kann.

    Heute habe ich es trotzdem nach draußen geschafft, um kurz Luft zu schnappen, aber während der gesamten Zeit ging dieser Irrsinn im Gehirn weiter. Ich musste deswegen sogar zwei private Kontakte absagen, weil ich aus diesen Gedankenspiralen nicht mehr rauskam und die Aufgaben erledigen wollte, aber das nicht ging, weil so viele Variablen noch offen waren.

    Das mutet für mich etwas nach Zwangsstörung an, aber ich glaube, dass es nicht ursprünglich etwas mit einer Zwangsstörung zu tun hat. Ich versuche dann irgendwie, obwohl ich merke, dass dieser Weg so nicht funktioniert, an einer Lösungsstrategie festzuhalten, die total unsinnig ist. Je weniger es klappt, desto mehr beiße ich mich fest. Ich bin von Natur aus schon extrem unflexibel, aber hier fällt mir auch tatsächlich keine andere Herangehensweise ein.

    Wie lösen andere Menschen solche Probleme? Wenn beispielsweise ein Termin vereinbart werden soll, der davon abhängig ist, was verschiedene Personen mir für Informationen geben. Wie geht man da vor? Also ein Beispiel:
    Ich hatte ein Informationsgespräch geplant. Ich bekam nun einen Terminvorschlag gemacht. Es gibt nun das Problem, dass ich diesen Termin wegen akuter Überlastung vermutlich nicht wahrnehmen kann, ich aufgrund fehlender Informationen (die von einer anderen Person abhängen) aber auch gar nicht mehr weiß, ob dieser Termin noch nötig ist und es in jedem Fall besser wäre, den Termin um eine Woche zu verschieben, besser jedoch ins nächste Jahr zu verschieben, weil ich eben so überlastet bin. Um die Folgen abschätzen zu können, bräuchte ich dafür aber die Information der anderen Person. Deswegen weiß ich nicht, ob ich die ursprüngliche Person nun bitten soll, den Termin zu verschieben wegen Energiemangel oder ganz abzusagen, weil er vielleicht gar nicht nötig ist.
    Die fehlende Information kann ich erst morgen einholen, der ursprünglichen Person muss ich aber eigentlich schon heute Bescheid geben, ob ich den Termin wahrnehme, weil dieser schon bald ist.
    Es ist noch wesentlich verworrener, als ich es hier schreiben konnte, weil noch andere Dinge mit reinspielen.

    Ich suche irgendeinen Hinweis, wie man solche Probleme löst. Soll man einfach von einer gegebenen Sache ausgehe und die Sache dann so durchspielen oder soll man sich alle Alternativen durchüberlegen, aber da beißt sich jedes Mal die Katze in den Schwanz (RW) und es kommt zu keinem Ergebnis. Ich frage mich gerade sogar, ob das Problem mathematisch vielleicht sogar unlösbar ist. Jedenfalls wenn man so denkt, wie ich.
    Ich kann nur in einer Linie denken, die aus Folgepfeilen besteht. Sobald ein Pfeil nicht erfolgt, kann ich nicht weiterdenken. Mich macht das unheimlich wütend, weil ich ja bei anderen Fragestellungen (wo alles der Reihe nach geht) überdurchschnittliche Ergebnisse liefer, aber bei solchen Dingen meine Behinderungen wirklich dazu führen, dass ich handlungsunfähig werde. :cry:

    Ich weiß einfach nicht, wie es einem gelingen kann, so durcheinander zu denken, dass man solche Probleme lösen kann, ohne daran zu verzweifeln. Es macht mich einfach unheimlich wütend, dass ich das nicht kann und mir deshalb das Leben so schwer mache und auch ständig total kompliziert und umständlich rüberkomme und die Leute vermutlich dann auch irgendwann genervt sind von meiner umständlichen Art, Fragen zu stellen, damit die Abläufe in meinem Kopf einen Sinn ergeben bzw. ich dann durch die fehlende Info einen Schritt weiter bei meinen Gedanken komme. Oft bekomme ich dann aber nicht die Infos, die ich in meinem Plan mit den Pfeilen brauche und dann kracht alles wieder zusammen.

    Ist es irgendjemandem gelungen, der ähnlich gravierende Probleme hatte, dass das besser wird und falls ja, wie ist euch das gelungen? Ich habe gerade überhaupt keinen Ansatz. Meiner Meinung nach hat das z. B. nicht direkt etwas mit Stressresistenz zu tun (es gibt ja Übungen, um daran zu arbeiten), sondern an diesem dämlichen Denken, dass mir wirklich wie diese Folgepfeile vorkommt oder wie ein binäres Computerprogramm und das eine Kommunikation mit Menschen sehr erschwert.

    Kann man lernen, sich auf Strukturlosigkeit einzulassen? Wie kann das gelingen? :cry:
  • New

    Ich habe eine Synästhesie:

    Wenn ich jemanden zum ersten mal sehe oder nach mindestens 3 Monaten wiedersehe, gebe demjenigen die Hand, fühlt sich die Haut der betreffenden Person für mich selber der Kleidung und Haarfarbe entsprechend an.
    • Wenn ich auf meinen Rechner ein Bild habe oder ein Bild aus dem Internet auf meinen PC abspeichere
    • öffne das Bild z.B. in Adobe Photoshop
    • platziere mein Gesicht (10x11) auf ein Gegenstand auf dem Foto (z.B. Kissen, Sitzsack, Schlafsack, Couch usw.
    • behalte das Bild mehrere Sekunden in mein Sichtfeld
    • nach kurzer Zeit fühlt sich meine Haut für mich selber dem Gegenstand entsprechend an, also dem Material und Farben entsprechend.
    ^ Wenn ich es mit dem Gesicht von jemand anderen mache und gebe hinterher der betreffenden Person die Hand, fühlt sich seine/ihre Haut ebenfalls für mich selber dementsprechend an.

    Kennt Ihr so eine Synästhesie? Habt Ihr sowas auch? Ist es bei Euch auch so das sich die Haut anderer Personen der Kleidung und Haarfarbe entsprechend anfühlen wenn Ihr demjenigen die Hand gebt?
  • New

    Hallo!

    Das Ende meiner Ausbildung naht. Ich weiß eigentlich schon recht sicher, dass ich wahrscheinlich (aufgrund meiner autistischen Züge) nicht übernommen werde.
    Es ist sehr schwierig für mich an der Arbeit ohne Anpassungen an meine Situation. Ich bin dadurch schnell mit meiner Energie am Ende und habe Burnout ähnliche Symptome nach mehreren Wochen Arbeit...

    Die endgültige Diagnose bekomme ich am 30.12. mitgeteilt. Bisher weist aber alles darauf hin, dass ich sie erhalten werde.

    Nun war es schon immer mein Traum, auszuwandern. Ich liebe die Englische Sprache und vor allem liebe ich die britische Insel. :roll:
    Gibt es hier vielleicht den ein oder anderen, der ausgewandert ist?
    Wie sieht das mit Jobsuche, Wohnungssuche etc. aus? Gibt es vielleicht irgendwelche Hilfe, irgendwelche Organisationen, die einem bei sowas helfen können, als Autist?
    In Sachen Hilfe im anderen Land, geeigneter Arbeitsplatz etc.

    Vielen Dank im voraus. :)

Unread Threads

Topic Replies Last Reply

Auswandern als Autist

25

Ally

Frage an aspies

29

Xonesh

Alle Jahre wieder: Weihnachtsfeier der Firma

128

Fighter93

Möglichkeiten als Erwachsener zur Nutzung einer Autismustherapie

18

infla

Dauer der Klage auf Schwerbehinderung vor dem SG

135

Lissy

Beim Einholen einer Zweitmeinung: gleich angeben, dass man schon eine Negativ-Diagnose hat?

28

MangoMambo

Erfahrungen mit Therapie-/Gewichtsdecken

79

Lefty

Relax Music für Autisten

31

Lefty

Rechtschreibung

113

shnoing

Parallel Dinge organisieren, Terminabstimmung etc. führt zu BLOCKADEN

8

Mugwump

Zweitdiagnose – wie machen?

12

Vulkan

Das Pinguin-Manifest

2

shnoing

Eigene Bedürfnisse ausdrücken

9

FruchtigBunt