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    Hallo,
    ich habe zwei Studienabschlüsse, bin aber seit fast einem Jahr arbeitslos. Davor habe ich drei Jahre im Quereinstieg gearbeitet, was unschön endete. Einerseits lag es an der Reizüberflutung, die die Stelle mit sich brachte, andererseits lag es an meiner Naivität und Unfähigkeit, mit der Komplexität des Erwachsenenlebens umzugehen (ich bin 35). Andere Leute organisieren irgendwelche Dinge quasi "im Hintergrund" und unsichtbar für mich (ich wunder mich dann nur, dass alles klappt), sie verständigen sich über bestimmte Dinge und ich stehe daneben und frage mich, wann denn endlich brauchbare Informationen kommen - die Anderen haben aber plötzlich alles besprochen und gehen auseinander und ich frage mich immer noch, worum es eigentlich ging. Ich verstehe nicht ganz, was ich nicht verstehe, aber ich schätze, dass ich nur konkrete, fest eingegrenzte Informationen in einer (mir?) logischen Anordnung verstehe. Wenn ich also einer gut strukturierten Vorlesung zugehört habe, dann ging das super, denn da ging es um den INHALT. Wenn ich mich mit jemandem über ein konkretes Thema unterhalte, dann geht das auch ohne Probleme. Aber diese Gespräche in der Arbeitswelt sind irgendwie anders. Genau kann ich es eben nicht benennen, aber vielleicht kennt ihr das ja auch und könnt es besser beschreiben als ich. Irgendwas läuft da im Hintergrund ab, das ich nicht mitkriege.
    Außerdem bin ich viel zu naiv und habe lange Zeit geglaubt, dass die Leute meinen, was sie sagen. Inzwischen habe ich ein bisschen gelernt, da etwas zu differenzieren.

    Zudem überfordert mich die Jobsuche, weil mich die Vielfalt überfordert (ich habe kein Fach studiert, das in einen eindeutigen Beruf mündet) und weil ich die ganzen Schlüsselwörter, die in Stellenanzeigen stehen, nicht zuordnen kann. Diese englischen Berufsbezeichnungen und was hinter einem ausgeschrieben Stellenangebot steht, verstehe ich nicht und ich kann mir nichts hinter diesen Beschreibungen vorstellen. Auch da wünsche ich mir konkreten Inhalt und nicht so Wischiwaschi-Seifenschlägerei.
    Ich beschäftige mich sehr, sehr viel mit der Jobsuche (fast die ganze Zeit) und will nicht wieder an einen Job geraten, der mich überfordert oder unterfordert. Ich bin sehr wählerisch, aber nicht, weil ich "arbeitsscheu" oder so wäre, sondern weil ich weiß, dass ich nur in einer ganz spezifischen Umgebung psychisch überleben kann. Durch meine neurologische Besonderheit gibt es nur eine ganz kleine Nische in der Arbeitswelt und die ist durch Corona noch kleiner geworden. Wenn ich mit Verwandten etc über meine Situation rede, kommen Vorschläge, die ich zu 95 % ablehne. Die Vorschläge des Arbeitsamtes waren - bis auf einen - auch alle nichts. Wenn ich mir die Stellenanzeigen anschaue - nein, nein und nochmals nein. Klar sieht das nach außen so aus, als wollte ich nicht arbeiten. Aber ich will. Nur überfordert mich alles, was dieses "Arbeitsleben" noch so mit sich bringt - neben dem Arbeiten. Dass man redegewandt sein muss und mit branchentypischen Schlüsselwörtern um sich schmeißen muss; dass man nicht kompetent sein muss, sondern nur besonders geschickt darin sein muss, kompetent zu wirken; dass man immer überlegen muss, was man sagen darf und was nicht und was geschickt wäre und was nicht.
    Ich weiß nicht, was ich machen soll. Das meiste, was an Stellenangeboten so drin steht, überfordert mich. Ich kann keine 500 Komponenten miteinander verknüpfen, ich verstehe vieles viel langsamer als andere, vieles gar nicht und manches viel schneller als andere. Diese Akademikerjobs schrecken mich ab, obwohl ich recht intelligent bin und zwei Studienabschlüsse habe.
    Ich bräuchte eigentlich einen Job, bei dem es um die Arbeit "an sich" geht, ohne dieses ganze Drumherum. Einen klar definierten Arbeitsbereich mit Möglichkeit zur selbstständigen Erweiterung der Aufgaben. Nehmen wir zB mal den Beruf "Klempner": Da ist der Arbeitsbereich ziemlich eindeutig, da fehlt es mir aber an der Möglichkeit, mich kreativ einzubringen. Ich finde es sehr schwer, meine Nische zu finden. Entweder zu komplex und unvorhersehbar oder zu monoton/unterfordernd. Ich habe das Gefühl, ich komme aus dieser ewigen Sucherei gar nicht mehr raus. Ich habe komplett die Orientierung verloren.

    Kennt ihr diese Überforderung mit dem Arbeitsleben/Erwachsenenleben? Wie würdet ihr das beschreiben? Und was tut ihr, um damit besser klarzukommen?
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    Hallo liebe Aspies

    Ich versuche hier, einen Thread zu starten, in dem man sich einfach ganz allgemein alltägliche (oder nicht-alltägliche) Erfahrungen, die einen beschäftigen, ohne grossen Aufwand kurz von der Seele reden kann. Sicher geniesst jede/r von Euch, dass man hier anonym ganz persönliche Dinge loswerden kann, über die man "unanonym" nicht zu sprechen wagte. Mir geht es nicht anders.

    Bei manchen Erfahrungen/Dingen hat man das Bedürfnis, sie irgendwo loszuwerden. Einfach aussprechen, von der Seele reden, loswerden, vielleicht auch mal ohne dass man eine Rückmeldung dazu haben möchte. Aber es gibt im Umfeld niemanden, dem man sich öffnen möchte. Hier soll das erlaubt sein - dank Deiner Anonymität hier im Forum eben ganz anonym.

    Antworten auf Einträge sollen niemals wertend sein. Die Gefühle eines jeden Postenden sind echt und sollen auch so respektiert werden. Antworten der Anteilnahme sind gerne erwünscht.

    Ich weiss nicht, ob sich hieraus ein lebendiger Thread entwickelt, aber ich sehe durchaus Bedarf... bin gespannt auf Eure Beiträge. Ich werde auch welche haben. Nun los :)
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    Ich lese immer mehr von Autisten, die überwiegend Vorteile sehen in der momentanen Situation. Gut, ich weiß natürlich nicht, wer von denen wirklich die Diagnose hat oder sich "nur" ne Eigendiagnose verpasst hat (sorry, aber ich halte davon nichts, ich finde, Autismus kann man sich nicht selbst diagnostizieren) Ich kann doch nicht die einzige Autistin sein, die im Moment überhaupt nicht klar kommt und keine Vorteile sehen kann??!
    Ich lebe immer schon sehr zurückgezogen und arbeite von Zuhause aus. Darin ändert sich nichts. Trotzdem fühlt sich alles anderes an. Ich habe Dauer-Angstzustände.
    Das einzig Positive ist, ich habe keinen Druck mehr, Verabredungen einzuhalten und ein schlechtes Gewissen, wenn ich sie absagen muss. Aber ich kann zum Beispiel nicht mehr einkaufen. Überall sind die Regeln anders. Ich bin so bedacht darauf, diese 1,5 m Abstand einzuhalten, dass ich mich auf den Einkauf nicht mehr konzentrieren kann. Diese Klebebänder sind auch nicht logisch angebracht. Sie fehlen in den schmalen Gängen. Und wenn man von Gang abweichen muss z,.B zur Wursttheke und dann seitlich steht? Ich weiß nicht, wie ich mich abgesehen vom Hauptgang verhalten soll. Wenn mir jemand entgegenkommt, obwohl ich noch vor einem Regal stehe und dann keine 1,5 m Meter Abstand einhalten kann. Ständig die Leute im Blick haben zu müssen, damit man sich nicht zu nahe kommt. Das fordert meine ganze Konzentration. Ich will Regeln auch richtig befolgen und bin dann den ganzen Einkauf über damit beschäftigt, sodass ich die Hälfte vergesse. Heute musste ich den Einkauf abbrechen. Absoluter Meltdown. Ich kann meinen Einkauf nicht so machen wie sonst. Und einlaufen ist wegen der Reize eh schon schwierig. Ich lese hier, dass viele meinen, dass mit den Klebestreifen könne ruhig zu bleiben, endlich keine Leute mehr beim Einkauf, die einem auf die Pelle rücken. Mir rückt fast nie jemand auf die Pelle. Vielleicht weil ich in einer Kleinstadt lebe und nicht bei den ganz kleinen Discountern einkaufe, aber es ist nie so voll, dass mir Leute in den Nacken atmen oder mir in die Hacken fahren (von der Weihnachtszeit abgesehen).
    Es war schon immer so, dass mir kleinste Veränderungen große Angst gemacht haben. Auch nehme ich die veränderte Umgebung irgendwie intensiver anders wahr als andere. Schon als Kind. Schon immer. Und dass nun alle so anders sind, so vorsichtig, so misstrauisch, so angespannt, dass spüre ich massiv im Supermarkt und ich finde es gruselig. Eine ganz komische Atmosphäre. Es fühlt sich alles falsch, alles anders an als sonst.
    Auch müssen wir in mehrere Supermärkte (ich kann nicht mehr alleine einkaufen, nur noch mit meinem Freund), weil wir z.B Toilettenpapier kaum finden oder meine Brotsorte ist alle. Ich esse nur bestimmte Sachen. Einige sind im Moment schwer zu bekommen.
    Und in jedem Supermarkt gibt es andere Regeln. Einige haben Klebestreifen, aber die sind alle nicht einheitlich. Andere lassen nur noch eine Person mit Einkaufswagen rein, andere verteilen so Nummern am Eingang. In den meisten Supermärkten hat man nun zwangsläufig Kontakt zu Security Leuten. Entweder, weil sie einem eine Nummer in die Hand drücken oder die einem sagen, man darf nur mit Wagen rein. Das schon ist Stress für mich, ich will am Eingang einfach nicht angesprochen werden. Ich will so einkaufen wie immer. Bald soll wohl in ganz D eine Maskenpflicht kommen. Super, ich ertrage Stoff über Mund und Nase nicht, dann kann ich gar nicht mehr in den Supermarkt.
    Ich bin dauer angespannt. Kann nicht schlafen. Dazu kommt eine hypochondrische Angst. Und nun lese ich in sämtlichen Foren von Autisten, denen das alles eher gefällt, als das es belastend ist. Für mich hat sich eigentlich nicht viel geändert. Und doch empfinde ich es gerade so, dass die ganze Welt Kopf steht und ALLES ANDERS ist und ich mich frage, wie ich das aushalten soll. Was stimmt denn mit mir nicht?
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    Hallo
    Habe zum Asperger Syndrom noch die AVWS ,eine Hörstörung mit gesunden Ohren die Störung ist von der Verarbeitung von gehörten zum Gehirn.
    Dazu kommt noch eine Sprachstörung .


    Hat jemand mit ähnlichen Problemen
    Schon Hör Training und Logopädie erhalten?

    Krankenkasse finanziert ist ja nicht so einfach.
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    Hallo zusammen

    Ich (m 45) wusste viele, viele Jahre lang nicht, wie ich diesen beklemmenden Zustand einordnen soll - diesen "Brei" an schlechten Gefühlen, der so schwer auszuhalten und zu beschreiben ist.

    Endlich habe ich erkannt, dass das Angstgefühle sind. Respektive wohl eher eine AngstSTÖRUNG, die mich oft regelrecht lähmt und richtiggehend handlungsunfähig macht. Es ist psychisch für mich so schwer auszuhalten, dass sich automatisch immer wieder so eine Art Todessehnsucht einschleicht, weil ich einfach keinen Ausweg sehe und so nicht ewig durchhalten kann. Andere Menschen leben offenbar gern - das zeigt mir, dass es wohl nicht normal oder in Ordnung sein kann, wie ich mich fühle.

    Ich habe begriffen, dass meine Angststörung in erster Linie von meiner dauernden Reizüberflutung genährt und "gefördert" wird. Also habe ich versucht, mein Leben so "reizarm" wie möglich zu gestalten, aber es gibt Reize, die man nicht abstellen kann. Zum Beispiel meine Familie - ich kann mich nur dann einigermassen entspannen, wenn ich alleine zuhause bin (war schon lange vor Corona so). Das ist nicht akzeptabel. Ich muss es aushalten können, mit meiner Frau und meinen Kindern zusammenzuleben.

    Irgendwie muss ich die Angststörung in den Griff bekommen, wahrscheinlich muss ich im Allgemeinen aber zuerst mit der Reizüberflutung klar kommen. Mein Köcher an "alternativen" Möglichkeiten (also "was ich sonst so selber tun kann", um die Situation zu verbessern) ist längst ausgeschossen. Obwohl ich eigentlich keine Medikamente nehmen möchte, denke ich, muss ich zumindest vorübergehend medikamentöse Unterstützung in Betracht ziehen.

    Hier kommt meine Frage an Euch: wer hat Erfahrung mit Medikamenten gegen (generalisierte) Angststörungen, oder auch Medikamente, welche bei Reizüberflutung helfen?
    Ich möchte mir hier gerne ein Bild machen, bevor ich mir "irgendwas" verschreiben lasse.
    Ein SSRI (gegen Depressionen) möchte ich nur ungern wieder versuchen, und Risperidon und Methylphenidat vertrage ich körperlich nicht. Ich weiss, dass Alkohol bei akuten Zuständen hilft, die Panik zu betäuben, aber das habe ich schon (zu) oft gemacht und brauche dringend eine Alternative.

    Ich würde mich freuen, Erfahrungen und sonstige Inputs von Euch zu lesen. Vielen Dank.

    (PS.: Ja, ich weiss, ich brauche psychiatrische Hilfe. Wohl am besten stationär in einer Klinik. Ich kann aber nicht weg, sonst verliere ich meine Existenzgrundlage)
    (PPS.: Ja, ich hab vor Erstellen des Threads auch die Suchfunktion im Forum benutzt, hat mir aber ausser Kopfbrummen nichts gebracht, weil ich grad nicht in der Lage bin, daraus Schlüsse für mich zu ziehen)

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    Replied to the thread Probleme mit der Körperpflege.

    Post
    Das setzt sich aber schon mal IN der Maschine ab. Das ist je nach Alter der Maschine und Wasserdruck, der das Fach durchspült, ziemlich eklig. Und wer vielleicht noch Weichspüler benutzt.... x(