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    Hi,

    ich lese immer noch die Disssertation von Frau Constanze Kröck. Bin erschöpfungsbedingt leider sehr langsam. Es gibt ein paar Punkte, die ich sehr interessant fand und teilweise in passende Topics gepostet habe. Dabei tat sich mir die Frage auf, was ist denn nun typisch Asperger, was kommt häufiger vor und was sind Ausschlusskriterien? Typische Punkte sind: "Beeinträchtigung sozialer Interaktion, eingeschränkte Interessen und Aktivitäten, stereotype Verhaltensmuster, beeinträchtigte nonverbale Kommunikation und motorische Ungeschicklichkeit"

    Auf Seite 90 ihrer Diss stellt sie nun die Frage: "Gibt es Charakteristika, die nicht in den gängigen Diagnosesystemen enthalten sind?"
    Sie weißt dann darauf hin, dass Gillberg konkretistisches Sprachverständnis als typisch ansieht, es in ICD.10 aber nicht abgefragt wird. Gleiche gilt für SI. Das verzögerte Sprachentwicklung i.A. als Ausschlusskriterium gilt, dass aber bei den von ihr geprüften Fällen 36 % eine sprachliche Entwicklungsverzögerung abgaben!


    Bei ihrem Vergleich fand sie weitere sehr häufig von diagnostizierten Asperger Patienten genannte Punkte:

    • wenig adaptationsfähig
    • empfindlich gegenüber Veränderungen ihres Umfelds, selbst mit winzigen Veränderungen ihres Umfelds Probleme, z.B. dem Verrücken von Möbeln in der Wohnung.
    • Kontaktverhalten Einzelgänger (98 %, Drittel gab an noch nie eine echte Freundschaft erlebt zu haben)
    • beim Sprechen nicht in die Augen ihres Gegenübers zu schauen (77 %)

    • 93% Blickkontakt unangenehm
    • Schwierigkeiten mit interaktioneller Phantasie (alle)
    • nicht lügen zu können (90 %)
    • Gefühl der Reizüberflutung, (94 %)

    Findet ihr euch da wieder?

    Bei mir ist es so, dass ich zum Beispiel lügen für falsch halte und deshalb ablehne. Man würde es mir auch anmerken, da ich mich sichtlich unwohl fühle. Ich habe in meinem ganzen Leben einmal darüber nachgedacht bei einer Klausur zu wuschen und die Lehrerin kam schon bevor ich es versuchen konnte zu mir, da sie bemerkte, wie unwohl auffällig ich mich verhalten habe. Als Spion wäre ich denkbar ungeeignet :)

    Ich habe große Probleme damit, wenn jemand was von meinem Schreibtisch nimmt, räume aber zwischendurch die Möbel um. Wenn ich das Gefühl habe, die Harmonie stimmt nicht mehr, weil z.B. die Pflanzen unterschiedlich gewachsen sind, dann räume ich um. Das ganze läuft eruptiv-enotional ab und es muss hinterher "perfekt" sein.

    Reizüberflutung ist für mich tatsächlich ein sehr großes Problem. Bei zu vielen Reizen kann ich nicht mehr denken und blockiere die Aufnahme ganz.

    Das mit dem Blickkontakt ist mir unangenehm und ich habe letztens gelesen, dass bei Asperger Autisten im Gehirn bei Blickkontakt eine andere Stelle angesproche wird.
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    Ich tue mich mit der Impulskontrolle sehr schwer.
    Es fängt an, dass ich spontan das Handy in die Hand nehmen, wenn ich was weiß m Internet lesen will, telefonieren Eren möchte um innere Spannung auszuhalten, kämpfen muss, den Haushalt zu ende zu machen, da ich was anderes tun will.

    Dazu kann man sich erst richtig konzentrieren wenn man Impulse aushalten, steuern kann.
    Viele andere executiven Funktionen bauen moeichefweise auch auf der Impulskontrolle auf.

    Bin gespannt was ihr meint und wie es bei euch ist.
    Herzlichen Dank.
    L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:
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    Hey, habe letztens irgendwo gesehen, oder gelesen, dass Menschen in der Regel viele Sinnesreize gleichzeitig aufnehmen und verarbeiten.
    Stelle mir vor, rede mit jemanden, höre ihn zu und soll gleichzeitig seine Mimik, Gestik im Blick haben, (die Auswertung ist eher ein raten, da wahrnehmen nicht verstehen bedeutet) Temperatur im Raum wahrnehmen und einordnen ob ich friere oder schwitze.
    Am besten noch über meine Körperspannung Bescheid wissen, wie sie gerade ist.

    Wenn mich jemand fragt wie es mir geht, wäre es zumindestens für mich cool, dass ich es einordnen kann, was ich natürlich gefühlstechnisch ausser meiner Angst nicht hinbekomme.

    Kann sein, dass ich übertreibe, was neurotypische Menschen alles hinbekommen, gleichzeitig interessiert es mich, wie es bei euch ist.

    Gefühlsmäßig 'laufe ich auf mono' da ich Informationen aus verschiedenen Sinneskanaelen, schwer nebeneinandee aufnehmen und verarbeiten kann.
    Gefühlsmäßig überhaupt nicht

    Wenn ihr mich draussen fragt wie das Wetter ist, kann ich Temperatur fühlen, schauen wie Wind Sonne etc ist.

    Wenn ich aber in die Wohnung gehe und gefragt werde wie das Wetter ist, tue ich mich sehr schwer.
    Wenn es schneit, bekomme ich es schon hin, aber sonst so gut wie nie, da mein Fokus auf diese Sinneskanaele nicht zu sein scheinen, wenn ich nicht bewusst darauf achte.

    Bin gespannt wie ihr es wahrnimmt.
    Ich finde es interessant, dass neurotypische Menschen mir scheinbar zuhören können und zugleich meine Mimik/Gestik sehen und auswerten können.
    Würde mich nicht wundern, wenn sie gleichzeitig die Temperatur, Wind/Windstille wahrnehmen und gleichzeitig wissen, was sie fühlen.
    Selbst, wenn ich mich nur auf meine Gefühle konzentriere fühle ich ausser Angst nichts.

    Wie Menschen mit frischem Gemüse kochen finde ich sehr interessant, da mehrere Arbeitsgänge koordiniert werden müssen gerade wenn es verschiedenste Zutaten verwendet werden. Dazu müssen sie ihre Impulse kontrollieren, dass sie nicht zwischenzeitlich aufs Handy schauen was zu endeim TV schauen etc.
    Impulskontrolle ist auch ein sehr grosses Thema bei mir.
    Wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Kurzzeitgedächtnis, Planung, Übersicht.
    Also die executiven Funktionen.
    Erstaunlich, was Menschen gleichzeitig hinbekommen.

    Spaghetti mit eine fertige Tomatensauce (gibt zusammen zu kaufen) bekomme ich hin.So auf diesem Niveau.

    Alles Gute.
    Herzlichen Dank
    L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:
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    Hi,

    habe eine Studie gelesen, in der u.a. nach emotionalem Verhalten (= emotionales Elefantengedächnis) gefragt wurde und 57 % der Autisten gab an, dass dies bei ihnen zutrifft:
    "Bei der Erinnerung an emotionale Situationen kommen alle Gefühle in derselben Intensität wie sie damals erlebt wurden hoch, egal wie viel Zeit seitdem vergangen ist."

    Kennt ihr das? Bei mir ist das entweder ganz stark ausgeprägt, so dass ich selbst körperlich die damalige Situation erfühle oder aber ich bin ganz von dem Empfinden abgeschnitten. So ein richtiges dazwischen habe ich nicht. Mit war auch gar nicht bewusst, dass dies bei Autisten ein besonderer Punkt ist.

    Würde mich interessieren, wie das bei euch ist.

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