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    So, ich habe einen Bafög-Antrag gestellt und erwarte dessen Ablehnung. Für Widerspruch und ggf. Klage benötige ich einen guten Anwalt - am besten einen, der sich mit (Schwer-)Behinderung und Bafög auskennt, am besten wiederum in Kombination.

    Es gibt einen guten Anwalt in Berlin, der mir dann aber mitteilte, dass er mich nicht via Beratungshilfe vertreten könne, da Beratungshilfe nicht bundesländerübergreifend nutzbar sei. Aber das heiße nichts, ich könne ja selbst zahlen... :shake: Mit 520€ Monatseinkommen inkl. Krankenversicherung und Miete ist da leider nichts machbar. Gerade deshalb ist man ja auf Bafög angewiesen... :m(:

    Hat jemand einen Tipp?

    Hoffe, diese Anfrage fällt nicht unter illegitime/-legale Werbung oder den Aufruf dazu, aber ich verzweifle hier noch, weil sich einfach kein in NRW ansässiger gut bewerteter einschlägig spezialisierter Anwalt finden lässt :?

    Danke!
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    Leider ist gerade mein sehr langer Text verschwunden, den ich zum Infoblatt aus dem Buch "KOMPASS-F für Fortgeschrittene. Zürcher Kompetenztraining für Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störungen" geschrieben hatte.

    In mir herrscht sehr viel Unverständnis zu diesem Thema. Ich greife einfach mal für mich sehr schwierigere Fragen (Arbeitsblatt M6M14) heraus. Es würde mich interessieren, was ihr davon haltet.

    Mir fällt es einfach extrem schwer, diese Hierarchien zu befolgen, weil einerseits mein eigenes Gewissen mit reinspielt, andererseits auch dass ich keine Dinge tun möchte, die verboten sind, aber genauso auch eine Unfähigkeit (das ist schon schlimmer als Sturheit), Dinge auszuführen, von denen ich denke, dass man sie besser machen könnte. Ich habe auf meinen Arbeitsstellen nie die Arbeit verweigert und Anweisungen auch ausgeführt. Aber immer nur so lange, wie es für mich ging. Anweisungen, die in die Nähe einer gewissen 'Grenzlinie' kommen, kann ich einfach nicht mehr ausführen. Das Resultat war, dass ich meistens die Jobs kündigte.
    Ich finde, man macht es sich sehr einfach, wenn man einfach sagt, dass alle Anweisungen blind zu befolgen sind. Mir kommt das einfach total gefährlich vor und ich frage mich auch immer häufiger, ob das wirklich sinnvoll ist, Autisten so etwasa beizubringen. Ich sehe ja ein, dass man nicht zur eigentlichen Arbeit käme, wenn jeder Mitarbeiter alles mitbestimmen wollte, aber irgendwie scheint mir die Anweisung, alles (!) auszuführen einfach total gefährlich und zu weit in die andere Richtung gehend.
    Ich frage mich, ob es nicht irgendwie eine Art Mittelweg geben könnte oder ob das (Arbeits)leben wirklich nur so funktioniert, dass man daran teilnehmen kann, wenn man diese Regeln befolgt. Bzw. geht es im Leben wirklich nur ums "Funktionieren"? Ich frage mich einfach, wieso das den meisten Leuten überhaupt nicht schwer zu fallen scheint, diese Regeln zur Hierarchie zu befolgen. Mich kostet das quasi meinen Verstand, weil ich es einfach nicht hinbekomme, dass mich die genannten Argumente überzeugen könnten.

    Als informelle Hierarchie war z. B. auf dem Infoblatt "Alt vor Jung" genannt. Das finde ich so pauschal ausgedrückt auch falsch. Wenn ich auf einen weisen Menschen treffe, der gebrechlich ist und mich höflich darum bittet, sitzen zu dürfen, wäre ich die Letzte, die einen Platz im Bus nicht freimacht. Aber pauschal vor dem Alter Hochachtung zu empfinden, finde ich einfach vollkommen daneben. Manche alten Menschen sind besonders stur und nicht einsichtig und darüber hinaus teilweise so herablassend, dass sie pauschal über junge Leute lästern. Ich sehe nicht ein, dass ich so einer Person z. B. pauschal Ehrfurcht erweise, nur weil sie alt ist.

    Für mich hat die Hierarchie einen Hintergrund zu haben, der auf etwas Substantiellem basiert. Wenn Vorgesetzte Mitarbeiter gut führen können, kluge Entscheidungen treffen und menschlich in Ordnung sind, habe ich überhaupt keine Probleme damit, Hierarchien zu befolgen. Dann grüße ich artig, akzeptiere auch mal Anweisungen, die ich anders gemacht hätte und arbeite sogar gern in dem Bewusstsein, dass ich nur zuarbeite. Wenn das aber alles keine Substanz hat und der Chef z. B. permanent Anweisungen gibt, die fachlich total zweifelhaft sind, sich wie ein Arschloch verhält und die Mitarbeiter respektlos behandelt, dann sehe ich einfach nicht mehr ein, wieso ich diese Person in ihrer Hierarchieebene dann respektieren sollte. Jemand, der respektlos mit anderen spricht, ist auf der Hierarchieebene für mich eher ganz unten. Und das möchte ich dieser Person auch zeigen.


    Was ich genau sagen will, weiß ich gerade selbst nicht. Ich frage mich einfach, ob es richtig sein kann, was das Arbeitsblatt zur sozialen Hierarchie sagt. :roll:

    Hier nun Situationen von diesem Arbeitsblatt


    KOMPASS-F wrote:

    Warum entschuldigt man sich für eine nicht rechtzeitig erledigte Arbeit auch, wenn vor allem der Chef daran schuld ist?
    Die einzige Antwort, die mir dazu einfällt, ist: Vermutlich, damit man der nächste ist, der befördert wird. :( Statt so etwas schlicht Falsches (das passt ja überhaupt nicht zusammen) zu tun, würde ich z. B. lieber auf eine Beförderung verzichten, wobei ich hinterher natürlich trotzdem nur am Meckern wäre, weil ich (trotz hohem Fachwissen) nicht befördert wurde, sondern die Person, die weniger wusste, aber sich beim Chef eingeschleimt hat.

    KOMPASS-F wrote:

    Warum haben Vorgesetzte "recht", auch wenn sie manchmal nicht "recht" haben?
    Das verstehe ich bis jetzt immer noch nicht. Ich vermute, weil sie nicht damit klarkommen, wenn jemand an ihrer Position kratzt und weil sonst vermutlich die Stabilität der Organisation in Gefahr wäre. Meiner Meinung nach ist sie aber nur dann in Gefahr, wenn die Person das als Angriff erlebt. Die Person könnte nämlich z. B. auch einen wichtigen Hinweis aufgreifen und ihn zum Wohle der Organisation einsetzen. Dazu müsste sie aber zugeben, dass sie in der Sache nicht Rechte hatte. :yawn:


    KOMPASS-F wrote:

    Die Lehrerin erzählt einen rassistischen Witz. Was machst du? - Die Praktikantin erzählt einen rassistischen Witz. Was machst du?
    8o Da hoffe ich nun wirklich, dass das Arbeitsbuch nicht erwartet, dass man bei einem rassistischen Witz der Lehrerin lachen soll und bei der Praktikantin nicht. :shake: Ich glaube aber so langsam, dass ich verstanden habe, was man tun soll: Eigentlich genau das, was einen selbst weiter bringt. Da man natürlich von der Lehrerin abhängig ist (gute Noten) soll man vermutlich da sogar moralisch fragliche Dinge tun. Von der Praktikantin ist man nicht abhängig, deshalb darf man da dann vermutlich die politische Unkorrektheit in den Vordergrund stellen. :roll: Aber das kann doch alles nicht sein, oder? (falls das wirklich so wäre?). Sollte man eigentlich nicht eher auf eine Art objektiv "richtige" Entscheidung abstellen? Wenn jemand einen rassistischen Witz erzählt, sollte man doch (fände ich jedenfalls wünschenswert, ich kann das selbst nicht) darauf scheißen, ob den der Vorgesetzte erzählt oder ein Praktikant und dann sagen, dass man rassistische Witze unangemessen findet. Wieso steht dann der Vorgesetzte über der Unversehrtheit ganzer Menschengruppen? Wenn nämlich in genau solchen Situationen keine Zivilcourage gezeigt wird (und einem die eigene Beförderung oder wahlweise Freundschaft zu den Stammtischleuten oder Freunden, also der eigene Arsch etc. wichtiger ist), dann braucht man sich doch nicht wundern, in was für einer Welt wir mittlerweile leben. :|
    Ich verstehe das einfach alles nicht.

    KOMPASS-F wrote:

    Der Abteilungsleiter fragt im Vorbeigehen: "wie gehts?". Du hast gerade Stress mt deinem Vorgesetzten. Was sagst du? Warum?
    Auf dem Infoblatt war ein ähnliches Beispiel, wo man auf die Frage des Chefs "wie läuft das Projekt?" auch "danke, prima" (oder so ähnlich) antworten soll, auch wenn es gerade schief läuft und eine andere Organisation angebracht wäre. :roll: Mir ist das einfach schleierhaft. Wieso wird diese dämliche Frage dann gestellt, wenn die Person den Inhalt überhaupt nicht wissen will? (geht wieder in Richtung Smalltalk, nur dass hier der Grund die Einhaltung der Hierarchie ist und nicht die Eingliederung in die Gruppe).

    Eigentlich geht es doch dann in allen Fällen darum, dass man wirklich nur darauf schaut, wie man selbst am Besten wegkommt, also auf das Ergebnis? Sowas wie "der Zweck heiligt die Mittel". :roll: Mir kommt das so vollkommen falsch vor und ich frage mich, ob man so Entscheidungen treffen darf?
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    ich habe heute mein Abschlussgespräch in einer Autismus-Ambulanz gehabt. Insgesamt wurden 13 Tests gemacht, Dauer in der Autismus Ambulanz ca. 7 Stunden plus Erst- und Abschlussgespräch von je 1 Stunde zusätzlich, also ziemlich aufwendig, ein Teil der Fragebögen hatte ich schon vorab daheim ausgefüllt. Mit dem Ergebnis kann ich nichts anfangen, alles deutet auf Asperger hin, nur fehlte zur endgültigen Entscheidung ein Nachweis aus meiner Kindheit. Es konnte keiner befragt werden, auch waren die Zeugnisse nicht aussagekräftig genug und ich habe auch sonst keine Arztberichte o.ä. aus dieser Zeit.
    Bei der Zusammenfassung heißt es: Aus den erhobenen Befunden ergeben sich deutliche Hinweise auf das Vorliegen einer Autismus-Spektrum Störung in Form des Asperger-Syndroms (IDC-10 F84.5)
    Weiterhin heisst es: Aufgrund der fehlenden Angaben zur (früh)kindlichen Entwicklung und der damit einhergehenden unvollständigen anamnestischen Informationen kann nur die Verdachtsdiagnose des Asperger-Syndroms gestellt werden.
    Also hätte ich mir das ganze Prozedere sparen können, oder? Ich glaube nicht, dass ich mit einer Verdachtsdiagnose irgendetwas beantragen kann, also weder beim Versorgungsamt, noch eine Therapie o.ä. ?
    So wie ich das verstanden habe, kann man als Erwachsener alle Tests/Kriterien erfüllen für AS und wenn man nichts aus der Kindheit vorweisen kann, trotzdem keine Diagnose bekommen? Ist das richtig?
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    Hallo,

    ich wollte euch mal fragen, wie ihr es mit Übergängen handhabt, falls ihr überhaupt Probleme damit habt?

    Zur Erläuterung:
    Ich habe häufig Probleme überhaupt irgendwas anzufangen und brauche bestimmt eine halbe Stunde bis ich überhaupt mal etwas anfange. Vor allem, wenn ich es alleine machen will. Ich schaffe es z.B. sehr häufig deswegen nicht, mich Zuhause zu beschäftigen (z.B. Basteln, Nähen, Texte schreiben o.ä., alles was eine gewisse Vorbereitung benötigt). Aufräumen, Kochen, ins Bett gehen usw. sind genauso schwierig (im Moment komme ich deswegen ständig viel zu spät ins Bett).
    Das Problem habe ich auch in anderen Kontexten, z.B. in betreuten Gruppen (sofern man seinen Beginn selbst gestaltet). Bei Angeboten, wo klar vorgegeben wird, wann man anfängt, fällt es mir viel leichter. Zu Schul-/ Unizeiten hatte ich aber z.B. in Klausuren auch ein großes Problem, dass ich immer erst sehr lange rumgesessen habe bis ich endlich angefangen habe, die Prüfungsaufgaben zu bearbeiten (die Zeit fehlte mir natürlich dann oft)
    Umgekehrt habe ich aber auch ein Problem wieder aufzuhören. Wenn ich es endlich geschafft habe, mit Basteln anzufangen finde ich kein Ende mehr. Oder wenn die Vorgabe ist, um 15 Uhr muss alles wieder aufgeräumt sein weil dann Ende ist, schaffe ich es oft auch nicht, rechtzeitig fertig zu sein.

    Ich meine damit nicht die ADHS-typischen Verzettelungsprobleme, dass man z.B. dauernd abgelenkt ist und vergisst was man gerade wollte. Das ist zumindest meines Empfindens nach noch etwas anderes.

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