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    Ich werf mal einen ziemlich neuen Artikel in die Runde (erschienen am 12. Februar 2020), der sich um das Thema Kompensationsstrategien bei erwachsenen Autisten geht.
    Vielleicht haben so manche User hier danach einen neuen Blickwinkel zur ewigen Diskussion, ob eine Diagnose gerechtfertigt ist oder nicht, nur weil jemand äußerlich unauffällig erscheint
    oder eine Menge auf die Reihe bringt, woran andere Autisten scheitern.

    molecularautism.biomedcentral.…10.1186/s13229-019-0308-y

    Ich hab die wichtigsten Ergebnisse (in meinen Augen) auf Deutsch zusammengefasst: autistenbloggen.wordpress.com/…von-erwachsenen-autisten/

    In dem Zusammenhang interessant ist auch die 31-Aussagen-starke "Kompensations-Checkliste": static-content.springer.com/es…_2019_308_MOESM1_ESM.docx


    Ich bin das vor kurzem mal durchgegangen, die meisten Aussagen hab ich mit "vorhanden" (present) beantwortet, ich kompensiere also relativ stark. Das passt auch zur Aussage meiner Diagnostikerin.


    Ebenso interessant ist das Thema Camouflage (Tarnung): ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6394586/ (Hull et al. 2019)


    Auch diesen Fragebogen (CAT-Q) gibts online: ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/…2018_3792_MOESM1_ESM.docx und auf Nachfrage bei der Hauptautorin wurde mir mitgeteilt, dass davon auch bald eine deutsche Version erhältlich sein soll. Beides gibt neuartige Diagnosetools in die Hand, die ermöglichen, erwachsene Autisten leichter zu diagnostizieren.


    Insgesamt eine sehr erfreuliche Entwicklung und schön, dass dazu geforscht wird.
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    Weil ich zur Zeit ziemlich isoliert bin meiner Empfindung nach und bald eine Therapie beginnen werde (in einem Monat ungefähr wenn es klappt mit der KK) mache ich mir Gedanken darüber dass meine neue Therapeutin, bei mir zumindest, Asperger und eine schizoide Persönlichkeitsstörung gleichsetzt. Der Grund warum sie das macht ist dass ich isoliert bin nach dem Ende meiner Beziehung und seitdem mich nicht damit abfinden kann keine nahen Bezugspersonen mehr zu haben und keine alltäglichen oder tiefergehenden Gespräche, außer meiner Arbeit. Nachdem ich mein Gedächtnis etwas aufgefrischt habe was die schizoide Persönlichkeitsstörung betrifft und wie sie therapiert wird kommt es mir so vor dass meine Therapeutin vorhat (weil ich schizoid sein soll wegen meiner AS Diagnose und weil ich seit zwei Jahren gesellschaftlich gestrandet bin) mich zu heilen von meinem Gestrandetsein indem sie mich von einem vermeintlichen Wünsch nach Einzelgängertum heilt (von dieser schzoiden Persönlichkeitsstörung).

    Was mich daran stört dass sie mich als schizoid ansieht und was mich daran erschreckt ist dass ich im Gegenteil in die Einsamkeit katapultiert worden bin gegen meinen Willen (vor zwei Jahren) und strampele verzweifelt wieder Anschluss zu finden. Es ist sehr schwer in meiner Lage wieder Anschluss zu finden, weil ich 66 Jahre alt bin, aber ich hatte Anschluss bis vor zwei Jahren als alles kaputt ging. Es tut weh zu denken dass die ungewollte Isolation in der ich mich befinde und gegen die ich kämpfe (indem ich alles mache was ich kann um "Leute kennen zu lernen", was nicht leicht ist in diesem Alter und ohne Familie) als gewollt eingeschätzt wird und ich habe Angst dass sie einen bei mir nicht vorhandenen Wünsch nach Isolation wegtherapieren will bei mir wenn was ich brauche ist Unterstützung die ungewollte Isolation zu entgehen oder zumindest damit zurecht zu kommen. Auch der Wunsch nach Therapie gehört bei mir zum Wunsch mit anderen Menschen (der Therapeutin) zu interagieren. Es kann nicht sein, meiner Meinung nach, dass der verzweifelte Wunsch (bei mir) nach Anschluss an Anderen zum vergeblichen Wegtherapierenwollen (seitens meiner Therapeutin) eines nicht vorhandenen pathologischen Wunsches (bei mir) nach Nicht-Anschluss (an die Gesellschaft meinerseits angeblich) führen soll.

    Ich weiß dass sehr alte Menschen (noch wesentlich älter als ich) oft vollkommen isoliert leben weil niemand sich für sie interessiert (alle weggestorben zum Beispiel oder sie sind zu krank um aus der Wohnung zu gehen). Es wäre ein Hohn diese Isolation als gewollt oder als Symptom einer Persönlichkeitsstörung behandeln zu wollen.
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    Hallo!

    Weiß jemand von euch, ob die Ärzte von der UKE Hamburg bei der AS-Diagnostik auch die Diagnose ADHS vergeben, sofern das auch vorliegen sollte? Oder muss man da noch mal extra einen Termin für eine ADHS-Diagnostik machen? Oder schließen die ADHS womöglich sogar aus, wenn deren Meinung nach AS vorliegt, bzw. umgekehrt? Ich wäre auch generell an Erfahrungsberichten zur AS-, bzw. ADHS-Diagnostik beim UKE Hamburg interessiert.

    Schöne Grüße
    Brian
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    Kennt ihr das, dass euch nicht geglaubt wird? Ich beobachte z. B. sehr viele Dinge sehr genau und habe eine Sache festgestellt, die so eigentlich nicht sein dürfte (ist ein Unding, dass diese Organisation sich das leistet). Ich trage also meine Beobachtungen vor. Und was passiert? Es wird so hingedreht, dass das ja nicht sein könne und sicher an etwas anderem liegt. :x Ich könnte ausflippen deswegen. :frown:
    Für mich sind diese Situationen nahezu traumatisierend. Es kommen dabei Gefühle hoch, dass man mir eh nicht glauben wird (was ja dann auch in dem Fall passiert), dass man mich übersieht und übergeht und ich Luft bin und eigentlich sterben sollte.

    Diese Erfahrungen machte ich bislang immer wieder in meinem Leben. Mittlerweile glaube ich, dass es eine Mischung aus dem Autismus und meinen frühkindlichen Traumatisierungen ist. Der Autismus trägt dazu bei, dass ich viel mehr erkenne. Die Hochbegabung trägt dazu bei, dass ich Schlüsse anstelle und ebenfalls zu Einsichten komme, zu denen manche Menschen nicht kommen (die aber richtig sind) und die Bindungstraumatisierung trägt dazu bei, dass ich eh schon ganz extrem schlimm darauf reagiere, wenn man mich nicht beachtet. Das kumuliert dann alles und es ist für mich die Hölle.

    Ich bekomme so eine Wut davon und fühle mich nur noch hilflos und ohnmächtig ausgeliefert. Man will jemandem etwas zeigen, wie es ist (weil z. B. Unrecht passiert), aber es wird einem nicht geglaubt. :| Ah............ :yawn:

    Weiß jemand, wie man damit umgehen kann bzw. kann das irgendjemand in einen größeren Zusammenhang einordnen und strategisch Lösungen aufzeigen oder mir Stichworte nennen, so dass ich mir Bücher dazu holen könnte?

    Ich habe bisher meist so reagiert
    • wenn mir nicht geglaubt wird, werde ich angriffig und panisch, so dass man mich eher noch mehr ablehnt
    • ich breche nervlich zusammen und ziehe mich zurück und bei der nächsten Sache ist diese Erfahrung dann im Hinterkopf und hält mich davon ab, für meine Rechte ruhig einzutreten. Denn es ist ja wieder die verankerte Erfahrung da: 'vermutlich wird man mir eh wieder nicht glauben'.
    Mir fallen nicht wirklich Lösungsversuche ein, höchstens vielleicht
    • gar nicht mehr mit Menschen reden, dann kann man auch nicht falsch verstanden werden
    • wenn einem nicht geglaubt wird, so lange argumentieren und sich mit den Leuten anlegen und Beweise liefern, bis sie es glauben (ging schon nach hinten los; kostet sehr viel Energie; man hat dann schnell den Ruf eines Querulanten weg. Es kann auch sein, dass die Leute sich dann abwenden, weil man mehr weiß, als man wissen sollte.. )
    • so abstumpfen, dass einem alles egal ist (wie soll das gehen? :roll: ist nicht ganz ernst gemeint. Ich bin gerade etwas sarkastisch, sorry :| )
    • eine Traumatherapie machen (will ich eh; aber ich suche auch nach Möglichkeiten wie man z. B. als reiner Autist ohne Traumatisierung damit umgehen würde, oder ist das für euch nicht so schlimm, wenn euch nicht geglaubt wird bzw. kommt das bei euch nicht so häufig vor?)
    • generell an der eigenen Stabilität achten (die eigene Stabilität nicht von Fakten und Konstrukten und Gedanken abhängig machen, sondern vom eigenen Körper vielleicht, denn der wird erst verschwinden, wenn man stirbt).
    • sich sowas sagen wie "auch wenn mir XY nicht glaubt, weiß ich, dass es Fakt ist, weil ich es mit eigenen Augen gesehen habe." (aber selbst wenn ich das weiß, bringt es micih komplett auf, wenn jemand dann behauptet, es wäre sicher nicht so, obwohl sich die Person noch nicht mal damit auseinandergesetzt hat. Ich weiß nicht einmal, wieso sie so reagiert. Sie könnte das, was ich vorbrachte, untersuchen. Aber es wird nicht gemacht. Es wird direkt gesagt "nein, das liegt sicher an etwas anderem".)
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    Hey, wo habt ihr eure Zwänge, wie weit sind sie bei euch ausgeprägt?

    Bei mir sind die Zwänge, Tür auf und zu, Flasche auf und zu, Wasserhahn bis zum Anschlag drehen, Herd, Stecker vom Herd ständig kontrollieren wenn ich Wohnung verlasse, stark mit dem Fzss auftreten wenn Druck zu hoch ist.
    So angespannter ich bin, so weniger kann ich die Zwänge kontrollieren.
    Rededrang und wiederholen von den selben Themen im Gespräch nehmen mit Druck auch stark zu. Gefühlsmässig verliere ich mit Anspannung und Druck, die Übersicht und Klarheit, weswegen Zwänge als Regulationsmittel für mich logisch sind, da ich mich vermeidlich absichere.

    Was ich mir gerade im unklaren bin, wie weit Zwänge und kontrollieren/ignorieren von Impulse zusammenhängen?

    Beim impulse kontrollieren tue ich mich auch sehr schwer.
    Ein Buch fertiglesen, wenn andere Gedanken und Emotionen kommen finde ich schwierig weshalb ich aufhöre zu lesen. Abwaschen, wenn Gedanken, Emotionen und Bewegungsdrang da sind empfinde ich auch sehr schwierig.
    Rededrang unterdrücken genauso schwierig.

    Bin sehr gespannt auf Eure Erfahrungen und Berichte.
    Herzlichen Dank.
    L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:

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