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    natürliche nonverbale Kommunikation

    Welche Gestik, Mimik und Körperbewegungen, welche Körpersprache empfindet Ihr als natürlich und authentisch? Wenn ihr euch bewegt, alleine, oder auch mit anderen in Kontakt seit, kommuniziert. Und welche empfindet ihr als fremd?



    Beispiel. Ich benutze den gesamten Körper um mich mitzuteilen, um mich räumlich zu orientieren, zu beruhigen, und vor Allem unterstützt meine Bewegung meine Konzentrationsfähigkeit, mein Denken im Allgemeinen und da ich oft Gleichgewichtsprobleme habe, balanciere ich mich damit aus.

    Zum Beispiel. Ich kreise mit den Armen und Händen über meinem Kopf, Richtung Norden, Osten, Süden, Westen. Das dient der räumlichen Orientierung. Das mache ich oft am Morgen, nachdem Aufwachen.

    Ich halte meinen Daumen an mein Nasenbein zwischen den Augen und den Zeigefinger an meine obere Stirn direkt am Haaransatz, jetzt gerade beim Nachdenken.

    Ich tippe mit vier Fingern auf meine Stirn, wenn mir etwas nicht einfällt um mich zu erinnern, und auch um mich zu beruhigen, wenn mir etwas nicht einfällt. Ich klopfe mir auch manchmal sachte den Hinterkopf, oder auch das Ohr, meine Schultern.
    Oder wippe mit dem Kopf, dem Körper, schaukel ihn, zum Beispiel beim Telefonieren, wenn ich mich gut konzentrieren möchte und von dem Gespräch alle Informationen aufnehmen.

    Ich massiere mir den Kopf, oben in der Mitte am Scheitel. Zum Beispiel wenn ich einkaufen oder spazieren gehe. Wenn ich nach links schaue, dann mit dem rechten Arm und der rechten Hand. Wenn ich nach rechts schaue, dann mit dem linken Arm und der linken Hand. Ich mache auch Überkreuzübungen mit den Beinen und Armen, um mein Gleichgewicht in Balance zu bringen. Wenn ich nicht in Balance bin, ist mir schwindelig, die Umgebung kreist und ich schwanke beim Laufen, Gehen, Sitzen und Stehen. Dann kann ich mich nicht, oder nur schwer orientieren und auch sprechen. Wenn mein Gleichgewichtssinn beeinträchtigt ist, neige ich dazu zu lallen, zu stottern und undeutlich zu sprechen, zu Sprach- und Sprechfehlern und Stimmstörungen (Tonation). Ich habe dann auch besonders große Wortfindungsschwierigkeiten.

    Wenn ich spazieren gehe und auf einmal nicht mehr weiß, wo ich bin, oder wo ich hinwollte. Weil zum Beispiel die Reizüberflutung zu stark ist. Dann setze ich mich, oder stelle mich irgendwo hin und schaue auf einen ruhigen Fleck, oder ein Detail. Zum Beispiel auf die Wiese, den Gehweg, eine Häuserwand mit schönem Relief, Blätter. Ich warte dann einfach so lange, bis ich mich wieder erinnere.

    Ich sortiere oft und viel, im Grunde alles was ich sortieren kann, in der Wohnung und auch draußen, wenn ich unterwegs bin. Zum Beispiel die Dinge in meiner Wohnung. Dabei trage ich sie von A nach B und wieder von B nach A. An unterschiedliche Plätze, nicht nur in eine Reihe, sondern auch nach einem eher ungeordnet wirkenden Prinzip, eines das nach Chaos aussieht, aber es hat alles seinen Sinn. Ich denke während dessen über etwas nach und das Tragen und Abstellen der Dinge hilft mir dabei. Schreiben und Zeichnen ist/kann auch eine Art Sortierung/ sein.

    Diese Bewegungen empfinde ich als natürlich. Sie dienen mir der Orientierung und zum Beruhigen, als auch als eine Stütze zum besseren Nachdenken und Gedanken sortieren. Sie dienen mir als Selbsthilfe.

    Als fremd empfinde ich zum Beispiel, wenn von mir erwartet wird, das ich lächle, wenn mir überhaupt nicht zum Lächeln zu mute ist. Aus Freundlichkeit, so ist häufig die gesellschaftliche Norm in Gesellschaften mit Bekannten (nicht mit vertrauten Menschen). Mir macht das sehr viel Stress, wenn ich zu so etwas aufgefordert werde. Oder auch, wenn ich zum Sprechen gedrängt werde, obwohl mir das Sprechen in dem Moment eventuell sehr schwer fällt.


    Was denkt Ihr über dieses Thema? Wie sind eure Erfahrungen?
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    Hallo,

    ich studiere im 10. Semester (von 16) auf Lehramt und habe gerade heftige Probleme mit der Anwesenheitspflicht im Studium. Ende April hab ich deswegen ein Gespräch mit dem Prüfungsamt und hoffe, dass das auf eine Ausnahmeregelung in Sachen Anwesenheitspflicht hinausläuft. Allerdings ändert das nichts daran, dass der Prüfungsamtsvorsitzende in unserem letzten Gespräch fragte, ob ich denn unter diesen Umständen überhaupt im richtigen Studiengang wäre. Und das glaube ich schon. Es macht mir einfach Spaß, vor der Klasse zu stehen und zu unterrichten. :) Allerdings kommen mir schon manchmal Zweifel an meiner Belastbarkeit...

    Jetzt wäre meine Frage, ob sich hier aktuell Lehrer/Lehramtsstudenten/Erzieher usw. im Forum befinden und wenn ja, was so eure Erfahrungen sind? Wie kommt ihr im Berufsalltag klar? Versucht ihr, euch anzupassen, oder wissen die anderen von eurem AS? Wie geht ihr damit um?

    Viele Grüße,
    Lena
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    Hallo,

    ich nehme seit letztem Juni Medikamente gegen die Depression. Diese hatten damals den tollen Nebeneffekt, dass sie mich anspannungsmäßig (und insgesamt leider auch) ziemlich runtergefahren haben. Allerdings hat das Medikament auch einige unschöne Nebenwirkungen. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass zumindest das mit der Depression langsam deutlich besser wird.
    Kurz: Ich bin dabei, die Medis wieder auszuschleichen. An Tagen ohne Medis habe ich viel mehr Energie und ich nehme auch die Welt um mich wieder viel schärfer war. Das finde ich gut. Allerdings habe ich schon das Gefühl, dass dann auch die Gefahr für Reizüberflutung wieder steigt...

    Jetzt wollte ich mal fragen, wie das bei euch ist? Wer kennt diese dauerhafte Anspannung und ständige Reizüberflutung? Was macht ihr dagegen?
    Und was denkt ihr darüber, diese Anspannung und Reizüberflutung mit Medikamenten regeln zu wollen?

    Viele Grüße und Danke für euren Rat,
    Lena
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    Was mir schon mein ganzes Leben Schwierigkeiten bereitet ist die Unfähigkeit, Kontakte herzustellen, auf Menschen zuzugehen, Leute anzusprechen, ja selbst Leute anzuschreiben, weil ich einfach nicht weiß und verstehe, wie das geht.

    Seit meiner Kindheit muss ich mir bis heute solche Sätze anhören wie: du musst dich nur überwinden, stell dich nicht so an, der beißt nicht, der hilft dir gerne, geh einfach mal zu dem hin bzw. schreib dem doch mal, der ist ganz nett und lieb, du kannst ihn doch ansprechen/anschreiben; bis hin zur Frage „Wovor hast du Angst?“ – ich habe keine Sozialphobie! Jeder Versuch zu erklären, dass ich es nicht kann, weil ich gar nicht weiß wie das geht bzw. was ich eigentlich tun/sagen soll, wurde damit abgewürgt, dass ich doch eigentlich gar nicht wollte oder nur Angst hätte.
    Ich habe auch schon mit verschiedenen Autismus-Fachleuten über dieses Problem gesprochen, aber ich hatte dabei nie das Gefühl, dass ich wirklich verstanden wurde. Häufig wurden mir nur die Situationen erklärt, in denen es üblich sei, auf Leute zuzugehen; oder mir wurde geraten zu den Leuten hinzugehen und ihnen zu sagen ( :m(: ), dass sie auf mich zugehen sollen; bis hin zum nichtssagenden: Mit der Zeit lernt man das.
    Wenn ich doch einmal verstanden wurde, konnte mir auch niemand helfen (oder die Zeit war zu kurz, um es zu versuchen, wie bei der Diagnostik).

    Ich fühle mich dabei wie ein Blinder, dem man sagt, er solle einfach die Augen aufmachen, wenn er etwas sehen will.

    Selbst von einigen Autisten habe ich immer wieder solche und ähnliche Aussagen wie oben gehört – das Frustrierende daran ist nicht einmal, dass ich nicht verstanden werde und dann solche sinnlosen „Ratschläge“ bekomme, sondern dass ich immer wieder das Gefühl habe, mit diesem Problem so gut wie alleine zu sein und darum womöglich nie eine Lösung finden werde (denn alleine fand ich bisher auch keine).

    Das einfachste wäre natürlich, diese Unfähigkeit auf Menschen zuzugehen einfach so hinzunehmen.
    Aber es zieht sich durch alle Lebensbereiche: die Gruppenarbeiten im Studium habe ich mit großen Aufwand alleine durchgezogen, mein Versuche in „Hobbygruppen“ (wie z.B. Schachclub, Mathe-AG, CCC-Veranstaltungen und auch mein Studium im Gesamten) Gleichgesinnte zu finden oder mit Leuten meine Interessen auszutauschen/auszuüben endeten damit, dass ich überall still und alleine herumsaß und auf meine E-Mail-Versuche keine oder keine sinnvolle Antwort bekam, und in meinem letzten und jetztigen Job wurde bzw. wird viel Wert darauf gelegt, auf andere (Kollegen aus anderen Arbeitsgruppen, an anderen Universitäten, etc.) zuzugehen, und langsam wird es immer schwerer und frustrierender (und jobgefährdend), alles alleine durchzuziehen oder auf das Glück zu warten, dass jemand auf mich zukommt.

    Welche Strategien haben diejenigen unter euch, die das Problem kennen, gefunden, um die Problematik zu umgehen oder anzugehen?
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    Hallo,

    hat von euch jemand Erfahrungen mit Nachteilsausgleich im Studium? Habe bisher versucht mich zusammenzureißen und 'normal' zu sein. Hat aber nicht geklappt... Jetzt ist Ende April offizielles Gespräch mit dem Prüfungsamt. Wo es vor allem um eine Ausnahmeregelung in Sachen Anwesenheitspflicht gehen soll.
    Wie habt ihr das im Studium gemacht?

    LG und danke für eure Antworten,
    Lena

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