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    Wie sieht euer Selbstbild in Bezug auf Autismus aus?


    Ausgehend davon, dass es einem mit frühkindlichem Autismus diagnostizierten Menschen möglich ist, später "nur" noch als Asperger-Autist zu gelten, und auch bei einem mit Asperger-Autismus diagostizierten Menschen diese Diagnose zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr gerechtfertigt sein kann, da sie sich ausschließlich über die Defizite definiert, die mit entsprechenden Strategien je nach Fall möglicherweise gut kompensiert werden können sind die Übergänge von Autismus bis ins "Normale" alle fließend und somit ist Autismus im Sinne von klinisch relevanten Einschränkungen grundsätzlich (aber sicherlich nicht für jeden) vollständig auflösbar. Als ich mich vor einigen Jahren das erste Mal mit Autismus beschäftigte, hatte ich für mich daher entschieden, Autismus nicht als Sein, sondern als Diagnose zu betrachten ("ich habe eine AS-Diagnose", nicht "ich bin Autist"), die mir bloß helfen soll, besser an mir arbeiten zu können. Irgendwo hatte ich damals auch den Begriff "unsichtbares Spektrum" gelesen, ich habe es in Ansätzen (in einigen wenigen Situationen) erlebt.


    Ich habe mich also durch die Diagnose nicht als behindert angesehen oder in irgendeiner anderen Form negativ definiert, sondern nur als Mensch, der wie jeder andere auch "sein Päckchen zu tragen hat" (RW). Dazu habe ich aber auch positive Seiten im Autismus gesehen. Natürlich kann man es auch als reine Behinderung oder eben auch so wie die autistic-pride-Fraktion sehen, ich habe versucht mich in der Mitte davon zu bewegen.


    Und: wie bewertet ihr es für euch auf einer höheren Ebene?


    Man kann es ja z.B. so sehen, dass es am Ende alles nur Erfahrungen sind, aus denen man das Beste macht und an denen die Persönlichkeit wachsen kann. Wenn man möchte, kann man an dieser Stelle auch Konzepte von Wiedergeburt einfügen, sodass sich verpasste Chancen in diesem Leben vollständig relativieren, dieses eine Leben nur der Bewusstwerdung von Teilaspekten dient, die sich über verschiedene Inkarnationen hinweg dann zu etwas größerem zusammenfügen, etc. - das weltliche Ich und sein damit verbundenes Leid ist somit auch vollständig auflösbar.


    Demgegenüber steht natürlich die Sicht, dass man sich damit vielleicht alles nur schönredet, sehr naiv ist, sich tatsächlich doch eher als behindert begreifen muss etc., was aber wiederum leicht zu Abwertungen führen kann und somit auch nicht unbedingt hilfreich ist.


    Für welche Sicht auf euch selbst habt ihr euch entschieden und warum?
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    Folgende Situation heute:
    Es klingelt an der Tür, ich öffne.
    Draußen steht ein älterer Mann, der mich direkt anpöbelt.
    Ich würde eine Anzeige bekommen wegen des Mopeds des Freundes meiner Tochter.
    Das wäre viel zu laut. Die Nachbarn würden sich beschweren. Auf meine Frage, welche Nachbarn sich beschweren, antwortete er nicht. Stattdessen wurde er lauter.
    Da fragte ich in scharfem Ton zurück, wer er denn überhaupt wäre. Keine Antwort. Wieder nur, er zeigt mich an...
    Ich fragte nochmal, wer er denn wäre, dass er mich auf meinem Grundstück so anschreit.
    Da ist er gegangen.

    Mich macht das sooo wütend.
    ich kenne diesen Mann gar nicht!

    Ich bin kurz davor, mich zu erkundigen, ob ich ihn wegen Bedrohung o.ä. anzeigen kann.

    Das eigentliche Problem ist aber, dass ich nicht aufhören kann, darüber nachzudenken. Verschiedene Szenarien durchzudenken.
    Ich kann mich kaum auf was anderes konzentrieren.

    Kennt ihr das?
    Könnte es sein, dass es für mich so ist, weil die Situation nicht klärend beendet wurde?
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    Nun hab ich doch mal wieder ein Thema, das mich beschäftigt und wo ich gern wissen möchte, ob andere hier das so von sich kennen und es dem Autismus zuschreiben würden.

    Ich nehme oft Dinge nicht wahr, wenn sie am "falschen" Platz stehen. Beispiel: ich will einen Gegenstand nehmen, der sich immer an derselben Stelle befindet und diesmal ist der Gegenstand aber nicht da. Ich gucke dann in der näheren Umgebung und finde ihn nicht. Dann kommt jemand und zeigt ihn mir und er befindet sich beispielsweise 20 Zentimeter neben der üblichen Stelle! Mein Gehirn scheint ihn ausgeblendet zu haben, weil seiner Kenntnis nach der Gegendstand eben hierhin und nicht dorthin gehört!

    Das Gleiche kann mir sogar mit Menschen passieren, dass ich jemanden zwar visuell erfasse, aber nicht bewusst als die Person, die sie ist, wahrnehme, weil ich mit der Anwesenheit dieser Person an der betreffenden Stelle nicht rechne.

    Ich würde es so zusammen fassen, dass in meinem Gehirn alles seinen festen Platz hat und wenn etwas davon abweicht, dann kriegt mein Gehirn das nicht so schnell verarbeitet - es ist also sehr unflexibel.

    Auf der anderen Seite gibt es dann Veränderungen, die mich regelrecht anspringen, die ich nicht ausblenden kann, und dann überkommt mich meist ein Gefühl von Panik.

    Das Wort "wahrnehmen", fällt mir soeben auf, ist übrigens sehr passend in diesem Kontext - wenn ich etwas nicht wahrnehme - dann nehme ich es als "nicht wahr" an - ich erkenne nicht an, dass es wahr ist.

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