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    ***Vorweg: Ich bin nicht sicher, ob ich mich mit diesem Text im richtigen Subforum befinde***

    Da ich nun schon häufiger Unklarheiten und missverstandene Interpretationen rund zum Thema ASS-Diagnostik und Einordnung der Störung las, entschloss ich mich, mein angesammeltes Wissen zu ordnen und damit hoffentlich manch einem User zur mehr Verständnis helfen zu können.

    Disclaimer: Ich bin weder eine psychiatrische noch neuro- oder psychologische Fachperson, sondern interessierte Autodidaktin. Ich habe den folgenden Text nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Mein Hintergrundwissen setzt sich aus der monatelangen Beschäftigung mit dem Thema ASS zusammen, worunter die Lektüre verschiedener Fachbücher, Studien, Präsentationen u.ä. fällt.

    Sollte ich einem Fehler aufgesessen sein, bitte ich erstens darum, mich darauf hinzuweisen und zweitens um Entschuldigung. Ich habe diesen Text in meiner Freizeit verfasst, um Aufklärung und Information zu bieten. Das entbehrt mich nicht einer Sorgsamkeitspflicht. Aus Gründen der Zeitersparnis werde ich dennoch nicht jeden Abschnitt mit genauen Quellen belegen können.

    Autismus-Spektrum-Störung

    • Klassifizierung

    Derzeit existieren zwei Manuale zur Klassifizierung und Diagnostik einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Zum einen die weltweit gültige ICD-10 der WHO und das (vor allem in den USA Anwendung findende) DSM-5.

    Die ICD-10 wurde bereits im Jahr 1992 verabschiedet, die aktuelle Version ist aus dem Jahr 2016.Autistische Störungen werden in der aktuellen ICD noch nicht als ein Spektrum gefasst, sondern unterteilt in frühkindlichen Autismus, atypischen Autismus und Asperger-Syndrom, unter der Überklassifikation einer „tiefgreifenden Entwicklungsstörung“.

    „Die Gruppe der tiefgreifenden Entwicklungsstörungen ist durch qualitative Abweichungen in sozialen Interaktionen und in der Kommunikation sowie durch eingeschränkte, stereotype, repetitive Interessen und Aktivitäten definiert.“ (amboss.com/de/wissen/Tiefgreifende_Entwicklungsstörungen)

    Sie sie stellen ein exklusives Subkapitel im „Kapitel V: Psychische und Verhaltensstörungen“ dar.

    Die Diagnose einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung verweist nicht zwangsläufig auf eine allgemeine Entwicklungsverzögerung, sondern stellt „eine Entwicklungseinschränkung oder -verzögerung von Funktionen, die eng mit der biologischen Reifung des Zentralnervensystems verknüpft sind;“ (icd-code.de/icd/code/F80-F89.html) dar.

    Im DSM-5 (2013) wurde aufgrund der aktuellen Forschungsgrundlage zum einen eine Neuklassifizierung des Störungsbildes vorgenommen und zum anderen wurden die Diagnosen (bzw. deren DSM-IV-Äquivalente) des frühkindlichen Autismus, atypischen Autismus und Asperger-Syndroms, zu Gunsten eines gemeinsamen, mehrdimensionalen Spektrumgedankens aufgelöst. Da ein Spektrum – im Gegensatz zu einem binären System – als Kontinuum verläuft, ist die Grenzziehung immer schwammiger, verwaschener (Siehe dazu auch z.B. BAP).

    Unterteilt wird eine ASS in unterschiedliche Schweregrade und damit einhergende Schwierigkeiten in den unterschiedlichen Lebensbereichen. Eingeordert werden diese ASS in dem Kapitel der „Neurodevelopmental Disorders“ (und teilt sich damit erstmals ein Subkapitel mit AD(H)S, welches von der Differentialdiagnose zur möglichen (und de facto sogar häufigen) Komorbidität geworden ist.

    Eine „neurodevelopmental disorder“ ist durch eine untypische Hirnentwicklung oder frühe Schädigung, die zu unterschiedlichen Defiziten führt, gekennzeichnet.

    Auch die neue ICD-11, welche ab Januar 2022 offiziell gelten soll, geht diesen Veränderungsschritt mit und strukturiert ihr komplettes Kapitel V, der psychischen und Verhaltensstörungen, um.

    • Warum?

    „In the ICD‐10, the number of groupings of disorders was artificially constrained [...] As a result, diagnostic groupings were created that were not based on clinical utility or scientific evidence [...]. ICD‐11’s use of a flexible alphanumeric coding structure allowed for a much larger number of groupings, making it possible to develop diagnostic groupings based more closely on scientific evidence and the needs of clinical practice. […] Principles guiding the ICD‐11 organization included trying to order the diagnostic groupings following a developmental perspective (hence, neurodevelopmental disorders appear first and neurocognitive disorders last in the classification) and grouping disorders together based on putative shared etiological and pathophysiological factors (e.g., disorders specifically associated with stress) as well as shared phenomenology (e.g., dissociative disorders).(ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6313247/)

    In der ICD-11 besteht nun das Kapitel der „mental, behavioural and neurodevelopmental disorders“, wobei - ebenso wie im DSM-5 - ASS nun in diesem Kapitel unter der Rubrik der „neurodevelopmental disorders“ zu finden sind. [Anmerkung: Es hat sich allgemein sehr viel Veränderung in dieser Hinsicht ergeben. So wird beispielsweise auch nicht mehr zwischen verschiedenen Persönlichkeitsstörungen unterschieden.]

    „Neurodevelopmental disorders“ sind, laut ICD-11, solche Störungen, welche signifikante Schwierigkeiten im Erwerb und der Ausführung spezifischer intellektueller, motorischer, sprachlicher oder sozialer Funktionen mit Beginn während der Entwicklungszeit, beinhalten.

    „Autism spectrum disorder in the ICD‐11 incorporates both childhood autism and Asperger's syndrome from the ICD‐10 under a single category characterized by social communication deficits and restricted, repetitive and inflexible patterns of behaviour, interests or activities. Guidelines for autism spectrum disorder have been substantially updated to reflect the current literature, including presentations throughout the lifespan.“ (ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6313247/)

    • Diagnostik

    Da es bis dato keine (verlässlichen, d.h. ausreichend spezifischen und sensitiven) Biomarker zur Diagnostik einer ASS gibt, wird die Diagnose aufgrund des Vorhandenseins bestimmter Verhaltensweisen vergeben. Sowohl im DSM-5 als auch in der ICD-11 müssen sie Symptome bereist im frühen Kindesalter vorhanden gewesen sein, auch wenn es möglich ist, dass sie sich erst zu einem späteren Zeitpunkt voll manifestiert haben. Die Diagnose wird somit immer noch aufgrund sich zeigender Symptomatik vorgenommen. Dass Zeigen autistischer Symptome alleine ist zwar notwendiges, jedoch noch nicht hinreichendes Merkmal der Diagnose ASS. Dadurch, dass es auch andere Störungsbilder gibt, die sich durch (einige) autistische Symptome auszeichnen, ihren Ursprung jedoch nicht in einer neurodevelopmental disorder haben und somit – per definitionem – keine ASS sind, ist die Frage nach dem Beginn der Störung von differenzialdiagnostischer Relevanz.

    Die Richtlinien für die Diagnose einer ASS in der ICD-11 wurden komplett überarbeitet und es wird keine starre Anzahl an Kriterien mehr geben, die zum Vorliegen einer ASS erfüllt sein müssen, wie es in der bisherigen ICD-10 der Fall war (und im DSM-5 der Fall ist). Als notwendige Leitkriterien werden folgende definiert: "Autism spectrum disorder is characterized by persistent deficits in the ability to initiate and to sustain reciprocal social interaction and social communication, and by a range of restricted, repetitive, and inflexible patterns of behaviour and interests. The onset of the disorder occurs during the developmental period, typically in early childhood, but symptoms may not become fully manifest until later, when social demands exceed limited capacities. Deficits are sufficiently severe to cause impairment in personal, family, social, educational, occupational or other important areas of functioning and are usually a pervasive feature of the individual’s functioning observable in all settings, although they may vary according to social, educational, or other context. Individuals along the spectrum exhibit a full range of intellectual functioning and language abilities."(researchautism.net/conditions/…ctrum-disorder)/Diagnosis)

    Es ist Aufgabe des Diagnostikers, die unterschiedlichen Symptome in einer klinischen Diagnostik zu bewerten und eine Beurteilung des Gesamteindrucks vorzunehmen.

    • Drei Seiten einer Medaille (RW)

    Eine mögliche Einteilung unseres Wissens über Autismus wäre die in das biologische, kognitive und das verhaltensbezogene Level.

    Das biologische Level beinhaltet die dem Individuum zugrunde liegende Genetik und die Hirnentwicklung (Entwicklung der verschiedenen Hirnareale sowie der neuronalen Vernetzung). Das kognitive Level betrifft die sich aus dem biologischem Level ergebenden Konsequenzen für das Denken einer Person (z.B. theory of mind, exekutive Funktionen etc.), woraus sich wiederum spezifisches Verhalten zeigt. Auf alle drei Bereiche (Biologie, Kognition und Verhalten) wirken wiederum Umweltfaktoren, die außerhalb des Individuums bestehen. (Vgl.spectrumnews.org/opinion/viewp…ith-this-cognitive-thing/)

    Ursachen: Wie entsteht Autismus?

    Wie so vieles lassen sich auch ASS nicht monokausal begründen. In der Praxis setzen sich unterschiedliche genetische Komponenten und Umweltfaktoren zusammen, wobei (aufgrund der aktuellen Forschungslage) davon auszugehen ist, dass die Genetik den - zumindest quantitativ - größten Anteil spielt.

    • Genetik

    Es wurden bislang einige unterschiedliche Gene bestimmt, die bei der Entstehung von Autismus beteiligt sind. Manche genetische Modifikationen liegen bei einer großen Anzahl von Autisten vor, andere kommen nur selten vor. Es gibt sowohl Genmutationen, die vererbt werden als auch spontan auftretende. Das ASS eine große erbliche Komponente hat, zeigt sich durch Geschwister und Zwillingsstudien. Die Wahrscheinlichkeit, dass von einem eineiiges Zwillingspärchen beide Kinder von ASS betroffen sind, liegt bei über 90 %. Doch auch für Geschwisterkinder ist die Prävalenz deutlich erhöht (bei bis zu 20%).Die Tatsache, dass unterschiedliche Gene eine Rolle in der Entstehung spielen können, könnte auch ein Grund dafür sein, dass…
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    Hi,

    ich habe ein Problem, welches immer wieder auftaucht und frage mich, ob andere das auch kennen.

    Es gibt Wörter, Dinge oder Situationen, die ich immer wieder lese, mache oder kenne, die ich nicht auseinanderhalten kann. Egal wie oft ich es versuche mir zu merken, es klappt einfach nicht. Sämtliche "Eselsbrücken" versagen in diesem Fall. Und ich frage mich, warum das so ist. Man sagte mir mal, dass mein Gehirn das dann wohl nicht als wichtig ansieht. Aber mir ist das nicht unwichtig. :nerved: Und ich verstehe einfach nicht, warum ich es nicht unterscheiden kann. Ich "stolpere" immer wieder über diese Dinge und dann habe ich natürlich auch immer wieder den gleichen Gedanken....


    Bei Wörtern sind es z.B. die Begriffe "weißt" und "ward". Ich schreibe sie jetzt einfach mal so und trotzdem kann ich nicht sagen, ob es richtig geschrieben wurde. Ich kann es mir nicht merken. Also selbst wenn ich jetzt nachgucke, wie es geschrieben wird, weiß ich es beim nächsten mal nicht mehr und überlege wieder. Auch Wortendungen irritieren mich bei einem Wort. Wenn man sagt, dass man etwas designt hat, heißt es für mich "ich habe etwas gestaltet". Aber ich lese dann immer wieder die Form "ich habe etwas gestalten". Und das ist wie ein Knoten im Kopf, der sich einfach nicht löst. Es ist in meinem Gehirn immer falsch so. So geht es dann weiter mit Namen meiner Nachbarn, die ich mir nicht merken kann, egal wie oft man mir diese 2 Familien nennt. Ich vertausche sie immer wieder.

    Kennt ihr das?
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    Auf der Arbeit finden jährlich Gespräche zwischen Vorgesetztem und Arbeitnehmer statt, in denen es um die Enwtwicklung des Arbeitnehmers geht. Diese Entwicklung schließt Gehaltserhöhung aber auch neue Aufgaben mit ein, um mehr Verantwortung übernehmen zu können, was sich dann letztlich auch in einer besseren finanziellen Perspektive niederschlägt.
    Die Leistung des Arbeitnehmers wird in diesen Gesprächen unter anderem anhand von Kriterien festgemacht, die ich den Softskills zuordne, z.B. Veränderungsbereitschaft, prokaktives Arbeiten (also Aufgaben selbstständig erkennen und bearbeiten), Kommunikationsfähigkeit. Das sind alles Dinge, die mir schwer fallen. Eine gute Bewertung bezüglich dieser Kriterien erreiche ich nicht. Meine Frage dazu, macht es Sinn vor dem Gespräch mit dem Vorgesetzten mal mit dem Schwerbehindertenvertreter zu sprechen, bzw. bei der Entwicklung der Kriterien darauf hinzuweisen und hinzuwirken, dass bei vorliegender Schwerbehinderteneigenschaft, die gerade die Softskills beeinträchtigt, diese Kriterien anders gewichtet werden? Letztlich kann ich vermutlich nicht allzu viel bewirken, aber ich frage mich was das richtige Vorgehen ist und wie ich mich einbringen kann, dass ich nicht benachteiligt werde. Hat jemand Erfahrung?
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    Hallo,

    ich hatte gestern ein Vorstellungsgespräch und ich denke (mal wieder), dass es nicht so gut lief. Allerdings ist mir schon aufgefallen,
    dass ich dies nicht zwingend gut einschätzen kann.
    Die verantwortliche Personalerin betonte zweimal, dass sie sich über ein Feedback von mir freuen würde. Würdet ihr das so auffassen,
    dass es nicht ganz schlecht war, weil sie mich ja anscheinend nicht für ganz ausgeschlossen hält? Oder ist das eher eine Floskel?

    Danke!

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