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Forum: Neurologische Vielfalt
 Thema: Empathie gegen über Tieren
Re: Empathie gegen über Tieren [Beitrag #339524 <-- #339370 ] Mi, 08 September 2010 10:54
Orpheus
 Beiträge: 355
 Ort: Unterwelt
Leonora schrieb
Noch heute bringe ich Insekten und Spinnen, die ich in der Wohnung finde, vorsichtig nach draußen. Smilie:Zwinkern

Smilie:Zustimmend nicken So halte ich es auch.
Re: Empathie gegen über Tieren [Beitrag #339562 <-- #339524 ] Mi, 08 September 2010 12:40
Tiffy
 Beiträge: 1325
Ja, ich auch. Smilie:Lächeln


Man hat nicht ein Herz für Menschen und eines für Tiere.
Man hat ein einziges Herz oder gar keins.
(Alphonse de Lamartine)

Forum: Normabweichungen und therapeutische Begleitung
 Thema: Autismus, Schizoid oder Schizotyp
Re: Autismus, Schizoid oder Schizotyp [Beitrag #339517 <-- #339231 ] Mi, 08 September 2010 10:16
bunt und schattig
 Beiträge: 307
Henrie schrieb am Di, 07 September 2010 15:43
Also ich kann da noch einen interessanten Link beisteuern, wo es auch um die Differentialdiagnose von Asperger, also die Abgrenzung zu anderen Störungsbildern, u.a. zu schizotyp und schizoid...

Guckt mal hier...

Nein, dort wird eben nicht AS von einer schizoiden PS abgegrenzt! Nur von der schizotypen.
Re: Autismus, Schizoid oder Schizotyp [Beitrag #339525 <-- #339517 ] Mi, 08 September 2010 10:55
 Henrie
 Beiträge: 30
 Ort: Baden-Württemberg
Also irgendwo im www. (weiß leider nicht mehr wo es stand...) stand dass das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen Schizoid und Asperger der sei, dass Schizoide die sozialen Kommunikationsregeln beherrschen täten, aber weil sie lieber allein oder kein Interessee an anderen hätten, sich zurück ziehen täten.
Ein Asperger versteht die sozialen Kommunikationsregeln nicht, er beherrscht sie nicht und deswegen weil er nicht weiß wie es geht zieht er sich zurück.

Also gleiches Symptom mit unterschiedlicher Ursache!


...ich hab eine Aufmerksamkeitsdysfunktion, deshalb mache ich je nach Laune mehr oder weniger Rechtschreibfehler...wenn jemand einen Fehler findet, darf er (oder sie) ihn gerne behalten...
Re: Autismus, Schizoid oder Schizotyp [Beitrag #339583 <-- #339517 ] Mi, 08 September 2010 13:32
 qc01
 Beiträge: 18
Wie schon im Thread gesagt:

Die neurologischen und sensorischen Besonderheiten von AS sind nicht Teil der Symptome von Persönlichkeitsstörungen. Zudem liegt AS im Schwerpunkt seit der frühen Kindheit vor, PSen haben in der Kindheit meist aber eher Vorsymptome und ihren Schwerpunkt meist erst ab/nach der Pubertät.

Natürlich können nun auch noch andere Merkmale in Kombination mit einer Persönlichkeitsstörung vorliegen, die eine Abgrenzung erschweren. Hochsensibilität oder ADHS mit einer Persönlichkeitsstörung als Komorbidität wären z.B. konstruierbar.

Aber das sind dann schon statistisch weit weniger Fälle, in denen eine Abgrenzung wirklich schwer wird.
Re: Autismus, Schizoid oder Schizotyp [Beitrag #339626 <-- #339525 ] Mi, 08 September 2010 15:01
 qc01
 Beiträge: 18
Henrie schrieb am Mi, 08 September 2010 10:55
Also irgendwo im www. (weiß leider nicht mehr wo es stand...) stand dass das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen Schizoid und Asperger der sei, dass Schizoide die sozialen Kommunikationsregeln beherrschen täten, aber weil sie lieber allein oder kein Interessee an anderen hätten, sich zurück ziehen täten.
Ein Asperger versteht die sozialen Kommunikationsregeln nicht, er beherrscht sie nicht und deswegen weil er nicht weiß wie es geht zieht er sich zurück.

Also gleiches Symptom mit unterschiedlicher Ursache!



Die Formulierung ist sprachlich zwar sicher richtig, aber sie bringt in der Theorie weit mehr als für eine Diagnose.


Grund: In einem Diagnosegespräch kann man ja nur den Patienten befragen und nicht in seinen Kopf sehen.

Wenn der Patient aber den Unterschied nicht versteht oder die passenden Worte gar nicht hat (oder die Worte anders versteht), dann gibt es Probleme.

Wenn zum Beispiel der Patient durch Erziehung oder Erfahrung sich selbst falsch einschätzt, kann es auch schief gehen. Genauso wenn er lügt oder sich schämt oder was auch immer.
Re: Autismus, Schizoid oder Schizotyp [Beitrag #339673 <-- #339525 ] Mi, 08 September 2010 16:36
Leonora
 Beiträge: 894
Henrie schrieb am Mi, 08 September 2010 10:55
Also irgendwo im www. (weiß leider nicht mehr wo es stand...) stand dass das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen Schizoid und Asperger der sei, dass Schizoide die sozialen Kommunikationsregeln beherrschen täten, aber weil sie lieber allein oder kein Interessee an anderen hätten, sich zurück ziehen täten.
Ein Asperger versteht die sozialen Kommunikationsregeln nicht, er beherrscht sie nicht und deswegen weil er nicht weiß wie es geht zieht er sich zurück.


Da ist was dran. Ähnliches wird ja auch über den Unterschied zwischen Autismus und Schüchternheit gesagt - Schüchterne verstehen die sozialen Regeln, haben aber Angst, sie anzuwenden, während Autisten die Regeln selbst nicht intuitiv verstehen, sondern kognitiv erlernen müssen.

Allerdings haben auch Autisten nicht nur Probleme mit dem Verstehen sozialer Kompensation, sondern in den meisten Fällen auch ein starkes Rückzugsbedürfnis, das durchaus mit dem von Schizoiden verwechselt werden kann. Smilie:überlegen, grübeln

qc01 schrieb am Mi, 08 September 2010 15:01
Wenn der Patient aber den Unterschied nicht versteht oder die passenden Worte gar nicht hat (oder die Worte anders versteht), dann gibt es Probleme.

Wenn zum Beispiel der Patient durch Erziehung oder Erfahrung sich selbst falsch einschätzt, kann es auch schief gehen. Genauso wenn er lügt oder sich schämt oder was auch immer.


Ja. Smilie:Zustimmend nicken Und besonders, wenn der Arzt/Therapeut sich mit Autismus nicht auskennt. Smilie:überlegen, grübeln


From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...) My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger. (Byron, Manfred)
Forum: autism/autisme/autismo/einhverfa
 Thema: You Are What You Touch: How Tool Use Changes the Brain's Representations of the Body
You Are What You Touch: How Tool Use Changes the Brain's Representations of the Body [Beitrag #339533] Mi, 08 September 2010 11:21
hansaspie
 Beiträge: 288
 Ort: Rheinland
http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=you-are-wha t-you-touch
 Thema: Visual Pattern Preference May Be Indicator of Autism in Toddlers
Visual Pattern Preference May Be Indicator of Autism in Toddlers [Beitrag #339718] Mi, 08 September 2010 17:47
hansaspie
 Beiträge: 288
 Ort: Rheinland
http://www.sciencedaily.com/releases/2010/09/100906202909.ht m
Forum: Autismus in den Medien
 Thema: Projekt: Menschen mit Meer
Re: Projekt: Menschen mit Meer [Beitrag #339494 <-- #336095 ] Mi, 08 September 2010 09:18
 Teufi
 Beiträge: 11239
Hi Aley,

das klingt gut. Es muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Ich würde gern mithelfen.

LG Teufi


Teufi

Mir kann keiner das Leben zur Hölle machen. Ich bin ein Teil davon.
 Thema: neuer Film bei youtube
Re: neuer Film bei youtube [Beitrag #339458 <-- #339431 ] Mi, 08 September 2010 00:54
 Jupiter84
 Beiträge: 739
 Ort: IO
Die Frau redet wirklich sehr gepreßt und wirkt unnatürlich? Ich meine die, die das Brot in die Mikrowelle hat... Sie wirkt nicht "echt", wirkt nicht wie Alltag. Hat sie, wenn sie NT ist- Kamera-Angst? Sie neigt dazu, sich zu Wiederholen... immer wieder fragt sie nach Brot... ein Brot machen... mir fiel auf, das sie nur 2 Scheiben Brot mit Butter/Margarine bestreicht und Käse darauf legt- und keine 2 Brote- was zumindest in meiner region (Brot) die Bezeichnung eines ganzen Laibs ist. Und der Brotlaib wird in Scheiben geschnitten. Wenn der mann zu bestmmten mahlzeiten ißt- und er kaum redet- warum redet sie dann ständig??? Wenn die frau weiß, der Mann ißt etwas- soll sie doch die Scheibe Brot schmieren und belegen- und hinlegen. Warum braucht man Worte dazu?

Hab da mal ein anderes Video gesehen... wer ist diese schreckliche Person, die mit einer anderen Person Eis kauft... der Person eins gibt- der Person vorschreibt, was sie mit dem Eis zu machen hat- und letztlich das Geschenk wieder wegnimmt und beide anbeißt und somit unbrauchbar macht, weil ihre Spuke überall dran ist?

[Aktualisiert am: Mi, 08 September 2010 00:55]


Das Handbuch für die Welt hat bei mir gefehlt...

Solang NT kein Syndrom ist, gibt es für mich kein AS (Zitat: mein bester Freund)
Re: neuer Film bei youtube [Beitrag #339501 <-- #339458 ] Mi, 08 September 2010 09:37
Das O.
 Beiträge: 100

Hallo Matthias,

was hat Dich motiviert
die Filme zu machen?
Wie sind sie entstanden?

Ich hatte mir solche „Feedbackschlaufen“
mit der Fotografie angelegt und arbeite
derzeit mit einem Audio-Digitalrecorder,
um meine Wahrnehmung zu objektivieren.
Es verändert sich vieles, wenn die Realität
auf diese Weise sich wiederholt und mir
gnadenlos zeigt, wer ich für die Umwelt bin.

Axel Brauns hat ja auch den Film entdeckt,
um womöglich mit sich zu experimentieren und
sein erstes Buch schien mir ein humorvolles
„Wirklichkeitsexperiment“ zu sein. Seinen
Vortrag habe ich noch gut in Erinnerung.
Es gab einfach viel zu lachen - innerlich.
(Das ist als solches schon lustig, dass das
allgemeine Publikum dann lacht wenn mir
zum Heulen ist und umgekehrt) Smilie:Erschöpft Smilie:grinsen O.

Re: neuer Film bei youtube [Beitrag #339521 <-- #339501 ] Mi, 08 September 2010 10:28
 m.m
 Beiträge: 12
 Ort: Hannover
hallo Jupiter84,
die Frau redet, um Kontakt zu mir zu haben. Für mich ist das hilfreich, obwohl sie sich vielleicht auch ständig wiederholt.

hallo O,
ja, ich filme seit 15 Jahren. Zuerst wollte ich damit Wege aufzeigen, um allgemeine Situationen in der Pflege zu verbessern. Dann stellte sich heraus, daß die Leute in der Pflege mit meinen Vorschlägen nichts anfangen konnten und mit massiven Unverständnis reagierten. Und erst nach meiner Diagnose wußte ich, daß die Filme eigentlich nur meine Sicht zeigten, also meine Einschränkungen.
Mir war damit plötzlich ein Spiegel gegeben, der mir zeigte, wie ich die Welt empfinde und wie unterschiedlich das zu den Anderen oft ist.
Ja, solche "Feedbackschlaufen", wie du es nennst, sind sehr vorteilhaft. Für mich war Axel Brauns der erste, der es so direkt ausgesprochen hat, daß es durchaus möglich ist, daß man seine Umgebung auch ganz schön nerven kann.
Mit so einer "Feedbackschlaufen" kann an das an sich selber mal nachvollziehen.

Gruß,
Matthias
Re: neuer Film bei youtube [Beitrag #339568 <-- #339218 ] Mi, 08 September 2010 13:00
 Apollo
 Beiträge: 65
 Ort: Hessen
Hallo Matthias,
habe mir gerade Deinen Film angesehen und fühlte mich gleich an meinen gestrigen Tag erinnert: Ich war mit meiner Mutter in einem Zoogeschäft und wollte für meinen Hund Hundebier kaufen. Ich fand es nicht, also wollte ich den Laden wieder verlassen. Meine Mutter fragte mich allerdings, ob wir eine Verkäuferin fragen sollen. Das brachte mich wieder ganz aus dem Konzept, so das ich nicht gleich antwortete. Ich dachte darüber nach, was sie mit "wir" meinte. Erwartete sie von mir, das ich die Verkäuferin anspreche, obwohl sie wissen müsste, das ich das nicht kann? Wenn sie die Verkäuferin ansprechen wollte, warum fragt sie mich vorher? Braucht sie meine Erlaubnis? In der zwischenzeit hatte meine Mutter mich ein zweites mal gefragt, ob wir die Verkäuferin fragen sollen. Ich murmelte ein genervtes "Wenn du willst" und sie wendete sich genervt der Verkäuferin zu.
Dieses mehrmalige Fragen müssen, dieses nicht sicher sein, "Hat sie mich jetzt akkustisch nicht verstanden oder was ist jetzt das Problem" und so kurze genervte Antworten zu hören zu bekommen, macht den Umgang mit mir sicher nicht leicht. Als ich eben Deinen Film sah, fiel mir auf, das die Frau sich auch sehr bemühte eine klare Antwort zu bekommen und das uns Autisten dies wohl sehr schwer fällt.
Re: neuer Film bei youtube [Beitrag #339731 <-- #339458 ] Mi, 08 September 2010 18:16
 Trema
 Beiträge: 16238
 Ort: Ostalbkreis
@m.m: Erst ein Mal ein Lob für deine Begeisterung für das Filmen.

Jupiter84 schrieb am Mi, 08 September 2010 00:54
Die Frau redet wirklich sehr gepreßt und wirkt unnatürlich? Ich meine die, die das Brot in die Mikrowelle hat... Sie wirkt nicht "echt", wirkt nicht wie Alltag. Hat sie, wenn sie NT ist- Kamera-Angst? Sie neigt dazu, sich zu Wiederholen... immer wieder fragt sie nach Brot...

Mein ich auch.

Zitat:
ein Brot machen... mir fiel auf, das sie nur 2 Scheiben Brot mit Butter/Margarine bestreicht und Käse darauf legt- und keine 2 Brote- was zumindest in meiner region (Brot) die Bezeichnung eines ganzen Laibs ist.

Ein Brot machen bedeutet soviel wie eine Scheibe Brot machen. Das hat sich so eingebürgert, obwohl es von der Mengenangabe falsch ist.

Zitat:
Wenn die frau weiß, der Mann ißt etwas- soll sie doch die Scheibe Brot schmieren und belegen- und hinlegen. Warum braucht man Worte dazu?

Was ich etwas seltsam finde, ist, dass bei einem 3-Minuten-Gespräch nur über EIN Thema geredet wird und in diesem geht es nur um die Handlung, die gerade vollzogen wird (das Brot streichen). Smalltalk sieht da anders aus. Aber vielleicht stocken die Worte aus anderen Gründen, da der Autist in dem Video nun mal nicht gerne redet oder die Frau nervös scheint.
Zitat:

"Fühlst du mich?"

Vielleicht soll das soviel heißen wie "Nimmst du mich überhaupt wahr?" Versteh ich auch nicht. Smilie:Verwirrt




"Ich entfliehe nicht der Realität. Ich lebe erst gar nicht in ihr."


"People never change. They only try to adapt."
 Thema: 'Autisten' als abwertender Begriff im ARD Wochenschau - Beitrag
Re: 'Autisten' als abwertender Begriff im ARD Wochenschau - Beitrag [Beitrag #339839 <-- #336164 ] Mi, 08 September 2010 22:19
 Tunnelblick
 Beiträge: 813

Tunnelblick schrieb am So, 29 August 2010 15:37
Ein gegen das Bahn-Projekt "Stuttgart 21" protestierender Bürger verwendet in dem ausgestrahltem Beitrag folgende Worte:

"Wir machen das solange weiter bis die, diese autistischen Herrn, die da jegliche Realitätssinn verloren haben, dass mal einsehen"


ARD Wochenschau vom 29.08.2010 um 12:45 im Internet:

"Stuttgart 21: Zehntausende Menschen demonstrieren gegen Bahnprojekt"
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag674 92_res-.html


Wie mit Jemand mitteilte handelte es sich bei der Sendung NICHT um die Wochenschau, sondern um den ARD WOCHENSPIEGEL.
Forum: Diagnostik und Fachkräfte
 Thema: Diagnose ohne Therapieerfahrung
Diagnose ohne Therapieerfahrung [Beitrag #339798] Mi, 08 September 2010 20:36
Leonora
 Beiträge: 894
Hallo,

ich habe demnächst einen Termin zur Autismus-Diagnostik (der sich allerdings zeitlich noch etwas verschieben kann). Bisher habe ich "nur" einen Eigenverdacht und keinerlei wie auch immer geartete Erfahrung, was Psychotherapien angeht. Inzwischen macht mich der Gedanke an den Termin doch recht nervös, vor allem, weil ich gleich mit etwas so "Heftigem" ankomme. Zudem habe ich in ganz anderen Zusammenhängen (da ging es um Schilddrüsenerkrankungen) schon negative Erfahrungen mit den "allergischen" Reaktionen vieler Ärzte auf eigene Vermutungen und "Internetwissen" gemacht. Smilie:überlegen, grübeln

Die meisten hier scheinen ja schon Therapien, Fehldiagnosen etc. hinter sich zu haben? Gibt es hier auch Leute, für die das erste Diagnosegespräch der erste derartige Termin überhaupt war? Wie habt Ihr das erlebt? Ich würde mich über Erfahrungsberichte freuen. Smilie:Lächeln

Viele Grüße,

Leonora


From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...) My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger. (Byron, Manfred)
Re: Diagnose ohne Therapieerfahrung [Beitrag #339830 <-- #339798 ] Mi, 08 September 2010 21:57
Arne L.
 Beiträge: 221
Leonora schrieb am Mi, 08 September 2010 20:36

Gibt es hier auch Leute, für die das erste Diagnosegespräch der erste derartige Termin überhaupt war? Wie habt Ihr das erlebt? Ich würde mich über Erfahrungsberichte freuen. Smilie:Lächeln

Mein Diagnosegespräch war nicht mein erstes Gespräch mit einem Facharzt für Psychiatrie, aber vielleicht hilft dir meine Beschreibung trotzdem.

Ich habe meinen eigenen Verdacht bewusst nicht erwähnt, weil ich keine wie auch immer vorbelastete Diagnose haben wollte.

Ich habe stattdessen eine Aufstellung meiner aktuellen Probleme und wie sich diese äußern vorgetragen. In diesem Zusammenhang habe ich immer einige Beispielsituationen beschrieben, weil ich mittlerweile weiß, dass sich viele Menschen meine Empfindungen und mein Erleben nicht vorstellen können.

Ich habe die Termine weniger wegen einer bestimmten Diagnose, sondern eher wegen einer möglichen Problemlösung gemacht - oder zumindest einer Strategie, mit bestimmten Problemen zukünftig umgehen zu können, da davon vermutlich unter anderem meine mittel- und langfristige berufliche Entwicklung abhängen wird.

Viele der geschilderten Probleme habe ich schon seit meiner Kindheit, nur habe ich meine Wahrnehmung damals nicht wirklich reflektiert und auch viele Zusammenhänge noch nicht erkannt, was ich heute besser kann. Auch habe ich in den Diagnosegesprächen die Aussagen anderer Menschen über mich (insbesondere meiner Mutter) wiedergegeben. Teilweise wurde ich auch explizit dazu aufgefordert.

Mein Vortrag ging beim ersten Termin über ca. 20-25 Minuten, teilweise unterbrochen durch kurze Zwischenfragen. Die eigentlichen Diagnosegespräche wurden dann (zumindest bei mir) fast ausschließlich vom Arzt geleitet und ich habe geantwortet, etwas beschrieben, eine Einschätzung meiner Person und anderer Personen (und was diese vermeintlich über mich denken) abgegeben. Der Arzt hat sich zwar an einigen Unterlagen (Fragebögen?) orientiert, aber ich hatte den Eindruck, dass es eher ein "freies" Gespräch war, d.h. er hat viel nachgefragt und es gab wenig Möglichkeiten für vordefinierte Antworten, anders als das bei den Tests im Internet der Fall ist.

Ich werde nunmehr bis auf weiteres alle 3 Monate einen weiteren Termin dort haben, bei denen es darum gehen soll, Strategien für den Umgang mit den unvermeidbaren und besonders problematischen (insbesondere sozialen) Situationen und zur Stresskompensation zu entwickeln.


··· ▬ · ▬· ▬·· · ▬·▬·
Re: Diagnose ohne Therapieerfahrung [Beitrag #339842 <-- #339798 ] Mi, 08 September 2010 22:28
 Heavyload
 Beiträge: 1193
 Ort: östl.Ruhrgebiet
Leonora schrieb am Mi, 08 September 2010 20:36
Hallo,

ich habe demnächst einen Termin zur Autismus-Diagnostik (der sich allerdings zeitlich noch etwas verschieben kann). Bisher habe ich "nur" einen Eigenverdacht und keinerlei wie auch immer geartete Erfahrung, was Psychotherapien angeht.

Viele Grüße,

Leonora


Wer soll denn da diagnostizieren?
Doch wohl hoffentlich kein Psychologe/psychol. Psychotherapeut?

Die mich diagnostizierende Ärztin ist Psychiaterin (und nur von dieser Zunft würde ich das abchecken lassen).

Mit Psychotherapie hat das Ganze doch erst mal nix zu tun.
(Ich habe zwar diesbezüglich Erfahrung, wäre aber dafür weder vonnöten noch darüber hinaus wichtig gewesen).

Ich bin gespannt, was dein Termin bringt.
Und drücke dir die Daumen, dass es gut läuft.



Greez
Heavyload


Es gibt zwei Arten von Menschen:
Die einen kennen mich...
Die anderen können mich...

Forum: Autismus-Forschung
 Thema: Kreatinmangel bei Asperger ?
Kreatinmangel bei Asperger ? [Beitrag #339479] Mi, 08 September 2010 07:52
 cajo81
 Beiträge: 35
Ich bin vollkommen zufällig auf den Stoff Kreatin gestoßen (http://de.wikipedia.org/wiki/Kreatin) weil ich mich eigentlich darüber informieren wollte wie man am Besten Muskelmasse aufbaut (ich bin sehr dünn obwohl ich nur Ungesundes esse Smilie:Zwinkern )

Ich fiel dann aus allen Wolken als ich lesen musste dass Kreatin welches sehr wichtig für Muskelaufbau sowie die Energiespeicherung und Energieträger ist auch großen Einfluß auf das Nervensystem eines Menschen hätte.
U.a. anderem wurden speziell Hör- und Sehnerven angesprochen.
Auch wird seit den späten 90gern eine Verbindung zur Autismusproblematik hergestellt !


In mehreren Artikeln konnte ich lesen dass die Einnahme von Kreatin als Arzneimittel nicht nur beim Muskelaufbau hilft sondern auch psychisch stressmindernd wirkt. So z.B. :

"Auf Grund der positiven Berichte vieler Personen, die Kreatin zu sich nehmen, kann gefolgert werden, daß diese Substanz auch die Leistung des Gehirns, z.B. Lernen und Gedächtnis, sowie die Koordination der Bewegung (Wirkung auf das Kleinhirn) verbessern- und gleichzeitig die Stresstoleranz erhöhen kann. Viele Probanden berichten zudem, daß sie sich mit Kreatin auch psychisch schneller und besser erholen und weniger Schlaf benötigen"...
..."Das Enzym, Kreatinkinase, sowie dessen Substrate, Kreatin und Phospho-Kreatin, sind auch in Hirn- und Nervenzellen in relativ großen Konzentrationen zu finden und sind besonders in denjenigen Zellen, die für die Koordination von Bewegungen (Purkinje-Zellen im Kleinhirn), sowie auch für Lernen und Gedächtnis (Hippocampus) verantwortlich sind, angereichert. Dies läßt darauf schließen, daß Kreatin für die Energetik dieser Hirnfunktionen eine wichtige Rolle spielt und daß Kreatin-Supplementation auch diese Leistungen des Gehirns verbessern kann.
Neueste Befunde zeigen eine positive Wirkung von Kreatin auf Gehirn und Hirnleistung und deuten darauf hin, daß gewisse neuro-degenerative Veränderungen, wie Alzheimer'sche und Huntington'sche Krankheit und auch Multiple Sklerose oder Parkinson mit Kreatin gelindert werden können. Diese Resultate sind im Einklang damit, daß Kreatin eine deutliche Schutzfunktion für Hirn-und Nervenzellen zeigt, besonders vor Schäden, die auf Grund von Sauerstoffmangel oder aber von Sauerstoffradikalen im Gehirn zustande kommen. Zudem konnte kürzlich gezeigt werden, daß Kreatin in verschiedenen Zellen eine deutliche Schutzwirkung vor dem programmierten Zelltod (Apoptose) haben kann."

( http://www.sportmedinfo.de/Kreatin.htm )

Es gibt aber noch wesentlich mehr interessante Artikel über Kreatin im Internet.


Noch ein interessanter Zusammenhang ist mir aufgefallen:

"ATP ist jedoch hauptsächlich die universelle Form unmittelbar verfügbarer Energie in jeder Zelle und gleichzeitig ein wichtiger Regulator energieliefernder Prozesse. ATP wird bei Bedarf aus anderen Energiespeichern (Kreatinphosphat, Glykogen, Fettsäuren) resynthetisiert."...

..."ATP (wie auch ADP und Adenosin) sind Agonisten purinerger Rezeptoren, die sowohl im zentralen als auch im peripheren Nervensystem eine Rolle spielen. Somit ist es beteiligt an Prozessen wie der Durchblutungsregulation oder der Vermittlung von Entzündungsreaktionen. Es wird nach neuronalen Verletzungen ausgeschüttet und kann die Proliferation von Astrozyten und Neuronen stimulieren."


Jetzt frage ich mich ernsthaft was wohl auftritt wenn der Körper zu wenig Kreatin aufnimmt bzw. zur Verfügung hat ?
Viellicht hilft es Aspergern sogar eine Kreatinkur zu machen.
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aktuelle Zeit: Mi Sep 8 23:54:47 CEST 2010

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